Vom Wetter und anderem

Geistlicher Glaubensimpuls

„Was für ein Zuhauseseinwetter“, schrieb dieser Tage jemand in einer Mail, als das Wetter draußen mal wieder alles bot, was das meteorologische Sortiment aus der Abteilung Winter so hergibt: Kälte, Schneeregen, Wind. Das Wort ist schön, aber der damit beschriebene Sachverhalt ist natürlich das Gegenteil.

Foto: Rike / pixelio

 

von Claudia Auffenberg

Ein Sauwetter nämlich, bei dem man keinen Hund vor die Tür jagen würde, wie man so sagt. Da bleibt man zu Hause in der warmen Stube. Und wenn man doch mal raus muss, in die Apotheke oder eben kurz mit dem Hund, dann kann man das ertragen, weil es ganz sicher ein Zurück in eben jene warme Stube gibt.

Als das Wetter draußen mal wieder alles bot, was das meteorologische Sortiment aus der Abteilung Winter so hergibt, meldete das Bundesinnenministerium, dass im vergangenen Jahr deutlich weniger Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, nur 280 000. Die von Horst Seehofer angepeilte Obergrenze ist also fast erreicht. Es wäre eine gute Nachricht, wenn die Fluchtursachen erledigt wären. Aber das sind sie nicht, lange nicht! Rund 60 000 Menschen zum Beispiel hängen in Griechenland fest, u. a. weil die Balkanroute dicht ist. 60 000 Menschen, die sich mit einer Mischung aus Verzweiflung und Hoffnung auf den Weg gemacht haben. 60 000 Menschen, die im „Zuhausewetter“ ausharren müssen, in Zelten, auf schlammigen Plätzen. Dort werden übrigens auch Kinder geboren. Bei diesem Wetter. Ohne Zuhause.

Nur noch 280 000 Flüchtlinge. Ist das eine gute Nachricht oder ist das nicht vielmehr zum Heulen?

Diesen Artikel teilen:

Ähnliche Artikel