Unverzichtbar im Erzbistum

Ein Kommentar von Karl-Martin Flüter

Ein „zusammenfassender caritativer Verband“ solle dafür sorgen, so schrieb der Paderborner Bischof Karl Joseph Schulte 1915, dass in den karitativen Vereinen „in dem rechten Geiste und in der rechten Ordnung gearbeitet wird, so dass keine Bedürfnisse übersehen werden, dass aber auch in derselben Sache keine zweifache und darum unnötige Arbeit geschehe.“

Auch nach 100 Jahren sind diese Worte eine genaue Leistungsbeschreibung des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn, der auf Bischof Schultes Initiative 1915 gegründet wurde und heute die Arbeit von 220 angeschlossenen Trägern, 53 000 Mitarbeitern in 1 500 Einrichtungen und von 20 000 engagierten Ehrenamtlichen koordiniert und unterstützt.

Wie wichtig die Caritasarbeit ist, fiel in Krisenzeiten besonders auf. So war es in der „Kirchlichen Kriegshilfe“ für Kriegsgefangene während des Ersten Weltkriegs. Der „Westfälische Wandererdienst“ half später hunderttausenden Menschen, die keinen Platz in der Gesellschaft mehr fanden, genauso wie die „Katholische Osthilfe“ nach 1945, die den Millionen von Flüchtlingen und Vertrieben geholfen hat.

Im Jubiläumsjahr steht der Diözesan-Caritasverband vor einer ähnlichen Bewährungsprobe. Diesmal sind es hunderttausende Flüchtlinge, die bei uns Schutz suchen. Innerhalb weniger Monate ist es der Caritas im Erzbistum gelungen, professionelle Hilfe-­Strukturen zu schaffen. Das ist auch dank der vielen ehrenamtlichen Caritas-Initiativen geglückt.

Diese Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt, die Breite der Hilfsangebote und die kreativen Lösungsansätze beweisen: Wer will, dass Kirche den sozialen Herausforderungen des neuen Jahrtausends gerecht wird, kann auf die Caritas nicht verzichten.

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