Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Schwerter Kita-Kinder lernen abrahamische Religionen kennen

Beim Besuch in der Moschee lernten die Kindergartenkinder viel über den Islam. Foto: Krehl

 

Es kann gerade in diesen Zeiten nicht schaden, wenn schon die Kleinsten lernen, dass es verschiedene Religionen friedlich nebeneinander gibt. Die Kinder aus der katholischen Kindertagesstätte Don Bosco in Schwerte haben sich intensiv mit den drei abrahamischen Religionen beschäftigt. Die Pfarrkirche St. Marien und die Schwerter Süleymaniye-Moschee wurden besichtigt, über das Judentum informierte der Nachbar eines Kindergartenkindes.

Die interreligiöse Kunstaktion „Engel der Kulturen“ sollte Station in Schwerte machen. Das war für Kita-Leiterin Stefanie Salem der Anlass, über eine Möglichkeit nachzudenken, den Kita-Kindern das Thema Religionsvielfalt nahezubringen. Der „Engel“ ist ein großer Stahlring, der an einem Sonntag von der Schwerter Moschee zur evangelischen Stadtkirche St. Viktor gerollt wurde, dann zum Werner-von-Steinem-Platz zu den Vertretern des Synagogenvereins aus der Nachbarstadt Unna und weiter zum Schwerter Rathaus. Unterwegs wurde das aus den Symbolen des Christentums (Kreuz), Judentums (Stern) und Islam (Halbmond) bestehende Engel-Ornament aus Sand geformt. Anschließend entstand eine gegossene Abbildung, die am Schwerter Rathaus blieb.

Die Don-Bosco-Kita-Kinder wirkten zusammen mit Kindern aus den übrigen Schwerter katholischen Kitas, Arche Noah und St. Petrus, und des evangelischen Paulus-Kindergartens an der Engel-Station St. Viktor mit.

Da wussten die Jungen und Mädchen aus der Don-Bosco-­Bären- und der Mäusegruppe schon ganz gut Bescheid über die verschiedenen Religionen, die an diesem Tag eine Rolle spielten. Mit vielen Spielen, Bilderbüchern und Erklärungen erfuhren sie im Kita-Alltag spannende Einzelheiten zum Islam und zum Judentum, aber natürlich auch zur christlichen Religion.

Imam Hüseyin Bektas, der Vorbeter der Schwerter Moschee, besuchte die Kinder in ihren Kita-Gruppen und lud sie zur Besichtigung der Süleymaniye-Moschee ein. Höhepunkt war das gesungene Gebet des Imam unter der riesengroßen Kuppel im prächtigen Moscheesaal.

In der großen St.-Marien-­Pfarrkirche in Schwerte zeigte Don-Bosco-Erzieherin Kirsten Rose den Kindern unter anderem das Weihwasserbecken, die Taufkapelle, den historischen Beichtstuhl und die große Orgel. Im Altarraum wurde gebetet und gesungen.

Weil es in Schwerte seit den Progromen der Nazi-Terrorherrschaft im Dritten Reich keine Synagoge mehr gibt, kam der Nachbar eines Kindes zu Besuch in die Kita und berichtete über den jüdischen Glauben.

Die muslimischen Kinder der Kita brachten von Zuhause Gebetsteppiche und Gebetsketten mit. Kinder aus christlichen Familien zeigten Kreuze, Rosenkränze und ihr Taufkleid.

Ein besonderer Höhepunkt für Kinder und Erzieherinnen war während des Projektzeitraumes das Singen des Liedes „Wir bringen Frieden euch allen“ auf Deutsch, Hebräisch und Türkisch.

Martin Krehl

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