Solidarität mit Bedrängten

Ein Kommentar von Andreas Wiedenhaus

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ist gerade von einem Besuch in Vietnam zurückgekehrt. Nun mag das kommunistische Land nicht gerade zu den Traumzielen des Durchschnittsurlaubers zählen; ungeachtet dessen wird im Zusammenhang mit solchen offiziellen Reisen gern – auch und gerade von Gläubigen – Kritik geäußert.

Die Palette reicht dabei von Geldverschwendung über unnötigen CO2-Ausstoß bis zum Argument, dass ein Bischof „zu Hause doch sicherlich genug zu tun habe“. Vorwürfe dieser Art werden gern aufgegriffen, doch sie laufen ins Leere. Wer sich die Programme solcher offizieller Reisen anschaut, wird schnell feststellen, dass für Kurzweil und Unterhaltung kaum Zeit im Programm ist. Die Arbeit – Konferenzen und Treffen mit Kirchenvertretern und Politikern, Abstecher zu Pfarreien oder zu aus Deutschland geförderten Projekten – steht im Vordergrund.

Noch wichtiger dürfte aber etwas sein, was Kritiker kaum auf der Rechnung haben: Besuche gerade in Ländern, in denen Christen in der Minderheit sind oder gar Repressionen ausgesetzt sind, bilden ein unverzichtbares Zeichen. Und das in zwei Richtungen: Sie zeigen den Christen in diesen Ländern, dass sie zwar bedrängt sein mögen, aber trotzdem Teil einer großen, welt-
umspannenden Gemeinschaft sind, die sie nicht vergisst. Damit setzen Besuche wie der von Kardinal Marx in Vietnam auch deutliche Signale an die politische Führung solcher Länder: Solidarischer Einsatz für Glaubensbrüder und Schwestern ist mehr als eine Worthülse.

Weltkirche, wie man sie sich wünscht!

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