Schwung für die Ökumene?

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Am vergangenen Sonntag ist die Gebetswoche für die Einheit der Christen beendet worden. Sie stand unter dem Motto „Berufen, die großen Taten des Herrn zu verkünden“ (1 Petr 2,9).

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), Bischof Karl-Heinz Wiesemann, rief in seiner Predigt beim Abschlussgottesdienst in Bonn zum gemeinsamen Zeugnis in Wort und Tat auf. „Wir alle stehen vor der Herausforderung, unseren Glauben inmitten einer postmodernen, pluralen und zunehmend säkularen Gesellschaft zu leben“, sagte der Bischof von Speyer.

In der Tat: Das Christentum kann nur überleben, wenn die Christen aller Konfessionen stärker zusammenstehen. Nur die Einigkeit macht stark.

Viele gemeinsame Aktionen von Christen sind mittlerweile in den Gemeinden, Dekanaten und Bistümern selbstverständlich. Dabei sind es nicht nur die kleiner werdenden Herden, welche die Christen zusammenrücken lassen. Zumeist ist es der echte Wunsch nach mehr Kooperation.

All dies kann natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass es immer noch viel Trennendes gibt. In so mancher lehramtlichen und theologischen Frage scheint eine Einigung – vor allem zwischen katholischer und evangelischer Kirche – in weiter Ferne.

Doch auch hier ging von der diesjährigen Gebetswoche ein positives Signal aus. Papst Franziskus äußerte sich ebenso positiv zu den Chancen der Ökumene wie der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Deshalb sollten die Christen die Hoffnung auf eine volle Einheit nie aufgeben, sondern weiter dafür arbeiten und beten.

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