Schön der Reihe nach!

von Claudia Auffenberg

An diesem Sonntag werden in den Gemeinden die Kirchenvorstände neu gewählt und da erinnert man sich daran, dass es früher immer hieß, die Kirche sei keine Demokratie und dass man sich darüber geärgert hat. Weil es so etwas von „Misch-dich-bitte-nicht-ein!“ hatte. Heute ist man älter, reifer und doch irgendwie auch bedürftiger. Und auf einer bestimmten Frequenz möchte man dem zustimmen, dass Kirche keine Demokratie ist, auch wenn gerade auf der Familiensynode eifrig abgestimmt worden ist.

Die Demokratie lebt zwingend vom Mitmachen, vom Engagement ihrer Bürger, die Kirche nicht. Jedenfalls nicht zuerst. Quelle (und Höhepunkt) für die Kirche ist nicht das Machen, nicht die Caritas, nicht die Verkündigung, sondern die Liturgie. Dort, so hat es das Zweite Vatikanische Konzil wunderbar pathetisch formuliert, dort in „der irdischen Liturgie nehmen wir vorauskostend an jener himmlischen Liturgie teil, die in der heiligen Stadt Jerusalem gefeiert wird, zu der wir pilgernd unterwegs sind, wo Christus sitzt zur Rechten Gottes, der Diener des Heiligtums und des wahren Zeltes“. (Diesen Satz darf man gern zweimal lesen.) Die Liturgie ist also nichts, wo es die Ärmel hochzukrempeln gelte. Im Gegenteil: Je mehr gemacht wird, desto öder wird es.

Was heißt das nun für den Sonntag? Wir gehen erst einmal in die Kirche, wo wir hoffentlich eine gute, also „normale“ Messe feiern, die uns ermutigt, erleichtert, bereichert und beschwingt, und dann gehen wir – natürlich! – wählen.

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