Sakrale Kunst

Ausstellung zum Klosterjubiläum in Rietberg

Rietberg. Aus Anlass des Jubiläums „400 Jahre Gründung des Franziskanerklosters Rietberg 1618–2018“ zeigt das Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch bis zum 13. Januar die Ausstellung „Sakrale Kunst in Rietberg. Zeichen und Bildwerke christlicher Frömmigkeit aus mehreren Jahrhunderten“. Die Objekte ermöglichen einen anschaulichen Überblick über die Vielfalt und den Reichtum künstlerischen Schaffens im Dienste christlicher Frömmigkeit in der ehemaligen Grafschaft Rietberg. Ein besonderes Augenmerk richtet die Ausstellung auf die Leistungen einer für die ostwestfälische Region und ihre Gläubigen geschaffenen Kunst, die den jeweiligen Zeitgeist und seine religiöse Anschauung widerspiegelt.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die für die Kirchen des Rietberger Landes geschaffene Kunst immer vielfältiger und reicher. Barocke Messgewänder, malerische Bildwerke, liturgische Gefäße und fein gearbeitete Skulpturen wurden für die Ausstellung zusammengetragen. Darunter befinden sich einzigartige Kostbarkeiten, filigrane Werke der Goldschmiedekunst, wie etwa das sogenannte Rietberger Baumreliquiar, eine Reliquienmonstranz, die wohl 1743 in Wien geschaffen worden ist.

Dieses sonst im Erzbischöflichen Diözesanmuseum ausgestellte Kleinod wurde von Gräfin Maria Ernestine Franziska von Kaunitz-Rietberg (1687–1758) für die Pfarrei St. Johannes Baptist Rietberg gestiftet.

Ebenso wird für die Ausstellung kurzzeitig das sogenannte „Muttergotteshäuschen“ (Bielefelder Meister, um 1660) nach Rietberg zurückkehren, das Gräfin Anna Catharina von Salm-Reifferscheidt (gest. 1691) für eine Marienstatuette aus dem 16. Jahrhundert anfertigen ließ. Weiterhin werden Beispiele der „eigentlichen Schätze“ der Kirche präsentiert. Gemeint sind Reliquien in ihren kostbaren Gefäßen. Diese Überreste von Heiligen stellten einst den „wahren Reichtum“ einer Kirche dar. Neben historischen Büchern und Handschriften, die einen Bezug zur Rietberger Kloster- und Pfarreiengeschichte aufweisen, werden auch Zeugnisse der Nepomuk-­Verehrung der Grafschaft Rietberg sowie Gemälde von Pater Walther Tecklenborg gezeigt.

Die Ausstellung wurde vorbereitet in Zusammenarbeit mit dem Diözesanmuseum, der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Rietberg, der Kirchengemeinde St. Anna in Verl und dem Heimatverein Rietberg. Sie ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 14.30 und 18.00 Uhr zu sehen und bietet ein Begleitprogramm mit Veranstaltungen und Führungen. Weitere Informationen unter: www.museum.­rietberg.de

Zur Ausstellung liegt aktuell auch die Festschrift vor. Das 108 Seiten starke Buch mit 160 Farbaufnahmen dokumentiert nicht nur die Ausstellungstücke in Wort und Bild, sondern bietet darüber hinaus eine reich illustrierte Darstellung der Klostergründung durch Johann III. Graf von Ostfriesland und Rietberg (1566–1625) und Gräfin Sabina Catharina (1582–1618) sowie ihrer Vorgeschichte, als das Rietberger Grafenhaus von 1557 an seine Residenz in das ostfriesische Esens verlegt hatte. Erst mit Gräfin Sabina Ca­tharina kehrte der gräfliche Hof von Ostfriesland im Jahr 1600 nach Rietberg zurück.

Die Reka­tho­lisierung der Grafschaft bis 1610 und die Gründung des Franzis­kaner­klosters sowie die Errichtung einer herrschaftlichen Grab­lege ab dem Jahr 1618 in Rietberg stellen somit wichtige Elemente der Begründung eines neuen katholischen Grafenhauses Ostfriesland und Rietberg dar.

Ergänzt wird die Darstellung zur Geschichte des Grafenhauses im 16. und 17. Jahrhundert von einer detaillierten Übersicht zu den in Deutschland und über Europa verstreuten Grabstätten der regierenden Grafen von Rietberg aus den Häusern Arnsberg, Ostfriesland und Kaunitz von 1237 bis 1807 in Text, in Quellen und in Bildaufnahmen.

Das gemeinsam von Ulrike Frey (Diözesanmuseum), Thorsten Austermann und Manfred Beine (Museum und Stadtarchiv Rietberg) verfasste Buch wird in einer Auflage von 500 Exemplaren gemeinsam von der Stadt Rietberg und der Stiftung der Sparkasse Rietberg herausgegeben. Das Buch ist zum Preis von 14 Euro im Kunsthaus Rietberg (Emsstraße 10) zu erwerben.

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