Sag, wo die Propheten sind ...

Geistlicher Glaubensimpuls

Das Erzbistum Paderborn lädt zum Bibellesen ein. Das ist jetzt keine Meldung, die einen vor Überraschung aus den Schuhen wirft, aber es wird doch inte­ressanter, als man auf den ersten Blick vermutet.

Foto: Maria Lanznaster / pixelio

 

von Claudia Auffenberg

Die Angelegenheit stand neulich schon mal im DOM: Das Erzbistum hat ein Materialheft mit ausgewählten Texten aus der Apostelgeschichte herausgegeben. In diesem Buch der Bibel wird erzählt, wie es nach der Himmelfahrt Jesu weiterging. Wir sind also bei den Anfängen der Kirche. Und da im Augenblick alles dermaßen im Umbruch ist, lohnt der Blick zu den Anfängen, nach dem Motto: Worum ging es noch? Über das Zukunftsbild hat der Erzbischof ja nicht die Frage gestellt: Wie wollen wir in Zukunft Kirche sein? Sondern vielmehr: Wozu bist du da, Kirche von Paderborn? Wozu! Die Frage nach dem „Wie“ ist nachrangig geworden.

Das Materialheft nun trägt den Titel: „Eure Söhne und Eure Töchter werden Propheten sein“. Dieser Satz stammt aus der Pfingstpredigt des Apostels Petrus, der wiederum den alttestamentlichen Propheten Joël zitiert. Und der kündigt so die Ausgießung des Geistes und deren Wirkung an, also das, was die Jünger soeben erlebt haben und worauf wir die Existenz der Kirche zurückführen. So gesehen ist es irgendwie naheliegend, sich mit der Apos­telgeschichte zu befassen. Und eben doch überraschend. Haben wir denn einen Prophetenmangel? Es ist doch immer vom Priestermangel die Rede und davon, dass wir um mehr Priesterberufe beten sollen. Propheten sind Querdenker, Mahner, Gottsucher, Störenfriede, Nervensägen. Brauchen wir wirklich solche Leute?

Wenn wir die Bibel und Pfingsten und zum Beispiel das Sa­krament der Firmung ernstnehmen, dann kommt man zu dem Schluss: Ja, der Himmel hat es so entschieden.Aber wo sind sie?

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