„Reli“-Unterricht in Gefahr?

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Beim Gespräch von Erzbischof Hans-Josef Becker mit den Lehrenden der Katholischen Theologie an den Universitäten im Erzbistum Paderborn war auch der Religionsunterricht ein wichtiges Thema. Wieder einmal wurde auf die Gefährdung des Unterrichtes hingewiesen.

Die Entwicklung beim konfessionellen Religionsunterricht verläuft seit vielen Jahren schleichend. Stunden fallen aus, obwohl es genügend Lehrkräfte gibt. Aber andere Fächer bekommen an den Schulen Vorrang. Die gesellschaftliche Entwicklung macht zudem an den Schulen nicht Halt. Immer mehr nicht-christliche Schüler sind in den Schulen – von Konfessionslosen bis zu Mulimen.

An manchen Schulen sind Christen schon in der Minderheit. Das führt dazu, dass der Religionsunterricht an den Rand des Stundenplanes gedrückt wird. Diese „unattraktiven“ Unterrichtszeiten wiederum verleiten so manche Schülerin und so manchen Schüler dazu, sich von „Reli“ abzumelden – ein Teufelskreis.

Dabei gibt es kein Unterrichtsfach, dass gerade in der heutigen Zeit so wichtig ist, wie der Religionsunterricht. Hier lernen Schülerinnen und Schüler eben nicht nur Daten, Zahlen und Fakten, die sicher auch bedeutsam sind. Im Religionsunterricht – wenn er attraktiv gestaltet ist – lernen die Mädchen und Jungen wirklich etwas fürs Leben und vor allem fürs Zusammenleben. Das gilt es, sowohl der Politik als auch den Eltern zu verdeutlichen.

Die Wahl einer jungen Religionslehrerin zur „Miss Germany“ könnte dabei hilfreich sein. So, wie sie hinter dem Religionsunterricht steht, kann sie auch eine Botschafterin für das Fach „Reli“ sein.

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