Ohne Aufschub

Geistlicher Glaubensimpuls

Foto: Peter Freitag / pixelio

 

„Als ich dieses Bild sah, spürte ich einen inneren Zwang, sofort ein paar erläuternde Sätze mitzuteilen. Ich habe mich wirklich sofort nach Anblick des Bildes an den Schreibtisch gesetzt und ohne Mittagspause und [...] diese Betrachtung geschrieben, die ich noch viel ausführlicher hätte abfassen können.“

von Claudia Auffenberg

So schreibt Aloys Butzkamm begleitend zu dem Text, den wir im DOM Nr. auf S. 18 abgedruckt haben. Gesendet hat er die Mail am 22. Dezember 2016 um 14.14 Uhr, sechs Tage später ist er gestorben.

Innerer Zwang, sofort, ohne Pause, hätte noch viel ausführlicher … Mit dem Wissen seines Todes sind es diese Worte, die uns in Verlag und Redaktion ins Auge springen. Der Anblick eines Bildes trieb ihn, der eh immer irgendwie rastlos war, an den Computer. Die Botschaft muss raus, muss gewissermaßen zur Welt gebracht werden. Ob er seinen Tod geahnt hat? Wir wissen es nicht, manchmal, im Nachhinein, hat man den Eindruck, jemand habe gewissermaßen unbewusst geahnt, dass die Zeit läuft.

Es gibt Dinge, die dulden einfach keinen Aufschub, die dürfen nicht vertändelt werden in leeren Nebendebatten; die dürfen nicht verloren gehen durch Ahnungslosigkeit und durch als Toleranz getarntes Desinteresse; die dürfen nicht mit Kitsch und Süßkram zugekleistert werden. Der Gott der Bibel ist so ein „Ding“, ist das größte „Ding“ überhaupt, wenn man das einmal so formulieren darf, weil er Menschen trägt und bewegt und ermutigt und befreit. Seit Jahrtausenden ist das so. Im Ringen um ihren Glauben oder mit diesem Gott haben Menschen Großartiges hervorgebracht. Dies zu zeigen, war das Lebensthema Butzkamms, das er unglaublich vielseitig angegangen ist: Bibel, Heiliges Land, Kunst, Ikonen, Kirchenbauten, Islam ... Er wollte das Sehen lehren und zur selbstständigen Betrachtung befähigen. Doch wie immer, wenn einer dieser „Weisen unter dem Baum“ geht, bleibt man einsam zurück mit dem Gefühl, nicht genug zu wissen, selbst noch nicht reif zu sein. Und dann liest man den letzten Satz seines Beitrages und ist ein bisschen beruhigt. Auch er hatte wohl Fragen – bis zum Schluss. Vielleicht hilft es, nicht nur Antworten zu suchen, sondern gelegentlich auch über eigene Fragen zu sprechen.

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