Näher am Heiligen Geist

12. „YOUNG MISSION-Weekend“ in Hardehausen mit rund 130 jungen Christen

Hardehausen. „Welches Werkzeug des Heiligen Geistes bist du?“, steht in großen Lettern auf einer Stellwand auf dem Hof des Jugendhauses Hardehausen. „Ich bin die Hand, die mit anpackt, um Gemeinschaft zu fördern und zu finden“, hat jemand auf einer Postkarte notiert.

Die Aktion ist Teil des ­Welcome, dem Begrüßungsnachmittag des 12. „YOUNG MISSION-Weekends“ im Jugendhaus Hardehausen. 130 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Erzbistum trafen sich dazu, um gemeinsam ihren Glauben zu feiern. Unter dem Motto „#Powerbank“ beschäftigten sie sich mit der Frage nach dem Heiligen Geist.

Den Samstagnachmittag verbringen die jungen Menschen mit Volleyball spielen, tanzen, plaudern und Fruchtcocktails in der Sonne. Nach dem sommerlichen Auftakt des Wochenendes feiern sie am Samstagabend gemeinsam Vigil. Die Klänge von Worship-­Songs erfüllen den Raum der Hardehausener Jugendkirche. In einer Gesangspause teilen Lucas Grewe und Thomas Janocha ihren Glauben mit der Gemeinschaft. Der 18-jährige Lucas aus Eversberg berichtet von seiner Motivation, nach den Ferien Religionspädagogik zu studieren: Er möchte als Gemeindereferent für das Erzbistum arbeiten. „Bei den Pfadfindern, im Taizé-Raum und bei Wochenenden wie diesen tanke ich Kraft“, erzählt er. Sein Ehrenamt sei seine Powerbank.

Auch Thomas’ Powerbank ist der Glauben. Konkreter: die Jugendverbandsarbeit. Er hat vor drei Jahren die Katholische junge Gemeinde (KjG) Wanne-­Eickel mitgegründet. Seitdem ist er Teil des Leitungsteams. Außerdem ist er Messdiener sowie im „YOUNG MISSION-­Katechese-Team“ und im Pfarrgemeinderat seiner Heimatgemeinde aktiv. All das bedeutet viel Arbeit. Im Glaubenszeugnis sagt er: „Der Heilige Geist ist die einzige Erklärung dafür, weiterzumachen, auch wenn ich manchmal alles hinschmeißen möchte, weil ich gegen Mauern laufe.“ Er macht stetig weiter und lädt die übrigen „YOUNG MISSION-Teilnehmenden“ ein: „Wir müssen raus aus der Kirche und rein in die Welt.“ Der Heilige Geist ist seine „antreibende Kraft“.

Lucas berichtet ebenfalls von einer persönlichen Begegnung mit dem Heiligen Geist beim Abschlussgottesdienst des Weltjugendtages in Krakau: „Dadurch, dass alle mitgesungen haben, hatte ich ein sehr starkes Gemeinschaftsgefühl.“ Die Präsenz des Heiligen Geistes zeige sich für ihn in einem ruhigen und zufriedenen Gefühl. Eine ähnliche Stimmung erfüllt auch die Kirche, als die jungen Christen wenig später am Abend in Stille das Allerheiligste anbeten. Während die Band danach weitere Lieder anstimmt, führt, wer möchte, Beicht- und Segensgespräche oder betet im Turmraum im Angesicht der Christusikone. „Nach der Vigilfeier, wenn sich so viele Menschen haben berühren lassen, ist für mich bei jedem der YOUNG MISSIONWeekends einer der bewegendsten Momente“, findet Thomas.

Nach und nach leert sich die Kirche. Draußen vor dem Jugendhaus hat ein lauer Sommerabend begonnen, in der Lounge des Jugendhauses steigt eine Party für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des YOUNG MISSION-Week­ends“.

Am nächsten Morgen sind trotz Schlafmangel alle gut gelaunt. „Das ist wohl auch der Heilige Geist“, sagt Lucas zwinkernd. Beim Frühstück war er noch müde, nach der Katechese fühlt er sich fitter. Die Katechese am Sonntagmorgen hält Tobias Hasselmeyer, Diözesankurat der Pfadfinder im Erzbistum Paderborn: „Mit dem Heiligen Geist ist es nicht einfach, aber ohne ihn ist es katastrophal.“ Er sei für viele schwer zu greifen, darum arbeite die Bibel oft mit Symbolen: Wind, Wasser und Feuer zum Beispiel. Auch die Powerbank, das Motto des 12. „YOUNG MISSION-­Weekends“, sei eine gute Metapher für den Heiligen Geist: Er ist da, wenn der Akku leer ist. „Der Heilige Geist steht bei, wenn mir im Leben mal die Puste ausgeht“, erklärt er: „Die Power­bank des Heiligen Geistes anzuschließen bedeutet, Gott einzuladen.“

Gott in ihr Leben einladen – das haben 130 junge Christen auch beim 12. „YOUNG MISSION-­Weekend“ getan. „Das Wochenende war wieder sehr schön für mich“, resümiert Katha­rina Hoffmann (19) am Sonntag.

Es habe ihr Kraft gegeben, in Ruhe über den Heiligen Geist nachzudenken: „Er ist so vielfältig.“

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