Nachhaltigkeit mit Spaß

Sternsinger: Über die Schokolade zu einem neuen Bewusstsein

Das Kamel der Hammer Sternsinger ist ein echter Blickfang. Foto: privat

 

Hamm. Wenn Stefan Fix mit Tochter Franziska und Sohn Simon dieser Tage zusammensitzt, dann dreht sich das Thema oft um die bevorstehende Sternsingeraktion. Der 43 Jahre alte Kita-Leiter und seine 16 und 14 Jahre alten Kinder sind seit langem für das Kindermissionswerk ,,Die Sternsinger‘‘ aktiv, das weltweit knapp 2 300 Projekte in über 100 Ländern unterstützt. Wenn die Kinder dann als die Heiligen Drei Könige durch die Straßen ziehen und Spenden sammeln, machen sie viele Erfahrungen.

Bis es so weit ist, hat das Trio jedes Jahr viele Herausforderungen zu bewältigen: Um wirklich alle Kinder zu begeisterten Sternsingern zu machen, wurde in dem Team der Gemeinde St. Franziskus von Assisi von starren Zeitvorgaben abgerückt. „Wenn ein Kind einen halben, ganzen oder an beiden Tagen mitmachen möchte, so planen wir die Teams dem entsprechend“, sagt Fix. Die 16-jährige Franziska, die sich auch als Messdienerleiterin engagiert, ist ebenfalls voll in die Vorbereitungen eingebunden.

„Schon die Frage, wer auch wirklich kommt, ist spannend“, sagt die Jugendliche. Ihr sei besonders die Freude der Aktiven ein Anliegen. Die Gemeinschaft sei toll, die Kostüme und vor allem die Schokolade für die Kleinen. „Das ist der schnelle Lohn, der die Kinder begeistert“, erzählt Franziska. Doch die Begegnungen an vielen Türen seien es, die lange nachwirkten. Gerade ältere Menschen hätten eine riesige Freude am Besuch der Sternsinger. „Ach, da seid ihr ja, ich habe schon auf euch gewartet“, bekämen sie immer wieder zu hören. Manchmal begännen die Menschen auch vor Freude und Rührung zu weinen, während die Kinder ihr Lied singen. Da sei dann Aufklärung bei den kleinsten Sternsingern gefordert: „Da haben wir jemandem eine große Freude gemacht“, sage sie den Kleinsten dann, da diese die Tränen oft nur schwer einordnen könnten.

Franziska ist, wie ihr Bruder, seit dem sechsten Lebensjahr dabei. Sie und Simon haben in den Jahren bereits viel erlebt. „Manchmal wird man beschimpft und weggeschickt“, erklärt der Jüngste. Das mache aber nichts, denn die Jugendlichen und Erwachsenen in den einzelnen Gruppen fingen die kleinen Ehrenamtler schnell wieder auf. Manche Abfuhr sei auch zum Schmunzeln, berichtet Simon und erzählt von einer Frau, die an der Gegensprechanlage sagte, dass sie nicht da sei.

Schwerer als die gelegentliche Ablehnung prägen sich aber die positiven Überraschungen ein: Bei Leuten, die Atheisten, Muslime oder Hindus seien, hätten sie oft großes Interesse gefunden. Auf Fragen wie: „Wer seid ihr?“ und „Was soll das?“, folgten dann oft angeregte Gespräche, Zustimmung und zumeist auch eine Spende. „Manche sagen dann irritiert – wir sind aber Muslime – worauf wir fröhlich entgegnen, dass das die bedürftigen Kinder, etwa in Kenia, nicht stören wird“, sagt Franziska lächelnd.

Um auch den Reiz für die „Wiederholungstäter“ vor Ort hoch zu halten, ließen sich die Organisatoren immer wieder etwas Neues einfallen, berichtet Vater Stefan. In einem Jahr wurden Weihnachtssterne mit LED-Beleuchtung gebastelt und manche Gruppen gehen auch mit einem kleinen Weihrauchfass von Tür zu Tür. „Gerade bei den Älteren kam der Weihrauch super an“, erinnert sich Stefan. Nur manche hätten etwas Sorge wegen der Brandmelder bekommen.

Den ganzen Text und weitere Beiträge zum Thema Sternsingen finden Sie im DOM Nr. 1 vom 8. Januar 2017

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