„Müssen wir neu lernen zu teilen?“

Vertreter aus den Kirchengemeinden im Hochstift trafen sich in Paderborn

Freuten sich über die große Resonanz: (v. l.) Geschäftsführer Detlef Müller, Domkapitular Dr. Thomas Witt, Vorsitzender Dechant Benedikt Fischer, Petra Brinkmann und Dr. Richard Böger.

 

Hochstift Paderborn. Vertreter aus 164 katholischen Kirchengemeinden im Hochstift Paderborn sind im vollbesetzten Paderborner Schützenhof zur Vertreterversammlung zusammengekommen. Der Gemeindeverband Katholischer Kirchengemeinden Hochstift Paderborn hatte die Mitglieder der Kirchenvorstände eingeladen.

n ihrem Bericht aus dem Kirchensteuerrat haben die Mitglieder Petra Brinkmann und Dr. Richard Böger auch die gerade veröffentlichte Bilanz des Erzbistums Paderborn vorgestellt und erläutert. Die neue Transparenz des Erzbistums wurde sehr begrüßt. Vertreter aus Kirchengemeinden, die große Schwierigkeiten haben, ihren eigenen Haushalt auszugleichen, forderten höhere Kirchensteuerausschüttungen an die Gemeinden.

In einem Vortrag vor den Vertretern aus den Gemeinden bezog der Vorsitzende des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn, Domkapitular Dr. Thomas Witt, Stellung zu den Herausforderungen, die sich für Kirche und Caritas aus der hohen Zahl der Flüchtlinge ergeben. Er lobte das große ehrenamtliche Engagement vieler Helfer, auch in den Kirchengemeinden des Erzbistums Paderborn.

Seine Anregung: Die christlichen Gemeinden sollten sich auch um gottesdienstliche Angebote kümmern: „Wie müssen sich etwa verfolgte Christen aus Syrien fühlen, wenn sie bei uns erstmals wieder einen Gottesdienst ohne Angst feiern dürfen?“

Thomas Witt hatte das Pro­blem bei einem Besuch einer großen Unterbringungseinrichtung kennengelernt. Der Caritasvorsitzende stellte sich aber auch der zurzeit viel diskutierten Frage nach den Grenzen der Hilfsbereitschaft: „Ist die Belastungsgrenze schon dann erreicht, wenn wir merken, dass wir selbst erste Einschränkungen hinnehmen müssen oder müssen wir neu lernen zu teilen?“

Im Geschäftsbericht informierte Geschäftsführer Detlef Müller über die immer stärkere Verlagerung der Verwaltungsdienstleistungen in den Außendienst. Das sei eine Antwort auf die größeren pastoralen Räume. Detlef Müller bat um Mitwirkung an einer Befragung über die Zufriedenheit mit dem Gemeindeverband. Das sei wichtig, um die Arbeit zielgerichtet zu entwickeln.

Die Versammlung endete mit einem herzlichen Dank des Vorsitzenden Dechant Benedikt Fischer an die ehrenamtlich tätigen Mitglieder in den Kirchenvorständen, insbesondere an diejenigen, die zum Teil nach jahrzehntelangem Einsatz bei den anstehenden Neuwahlen der Kirchenvorstände ausscheiden.

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