Mit viel Liebe zum Detail

Krippe des Bildhauers Hubert Hartmann in der Gütersloher Christ-König-Kirche

Gütersloh (wl). Ganze 25 Stunden dauert es, sie aufzubauen. Neun Quadratmeter umfasst die Krippe mit den großen handgeschnitzten Figuren des Wiedenbrücker Bildhauers Hubert Hartmann in der Pfarrei Christ König in Gütersloh. An diesem Sonntag, 14. Januar, ist die Kirche von 14.30 bis 17.00 Uhr für eine ausgiebige Krippenbesichtigung geöffnet (Westheermannstraße 15). Zu sehen ist sie noch bis Ende des Monats.

Herbert Rohkämper baut jedes Jahr mit Helfern die rund neun Quadratmeter große Krippe in der Christ-König-Kirche in Gütersloh auf. Vergangenes Wochenende kamen noch die Heiligen Drei Könige hinzu, für die einige der Hirten Platz machen mussten. Auch ein Kamel gehört dazu. Foto: Leskovsek

 

Die Krippe ist ein großes Hobby des 77-jährigen Herbert Rohkämper. 1982 hat er sie erstmals vorne im Eingangsbereich der noch relativ jungen Kirche aufgebaut. Es war der Wunsch des damaligen Pfarrers Alfons Wilper, dass nach der großen Kirchenrenovierung die Krippe mit den handgeschnitzten Figuren wieder einen schönen Platz bekommt, wo sie allen Besuchern zugänglich ist. Da hatte er mit Herbert Rohkämper, seinerzeit Kirchenvorstandsmitglied, den richtigen Mann an seiner Seite. Er denkt genauso und möchte, dass die rund 50 Zentimeter großen Figuren ihr Gesicht zum Betrachter wenden und nicht nur von hinten zu sehen sind.

Rohkämper baute damals also einen Stall und achtete sorgsam darauf, nur Naturmaterialien zu verwenden. Auch das Turmfenster mit dem Bild der Verkündigung integrierte er in die Krippenanlage. Nach vier Jahren wurde alles noch mal vergrößert. Aus den anfänglich drei Schafen wurde eine ganze Schafherde mit Hirten und Schäferhund. Selbst ein Widder ist dabei. Er sammelte alte, markante Wurzeln und Stämme, die er liebevoll integrierte. Der Bildhauer Willi Potthoff aus Herzebrock-­Clarholz hat die Figuren zwischenzeitlich renoviert und den Bestand erweitert, sodass sie alle wieder in einem einwandfreien Zustand sind. Zum Dreikönigsfest machten einige der Hirten Platz für die Könige aus dem Morgenland.

Außergewöhnlich ist auch, dass ein Modell der Kirche mit in den Krippenkomplex inte­griert ist. „Das gibt es sonst nur noch in der Wiedenbrücker Marienkirche der Franziskanerbrüder“, erzählt Rohkämper. Für ihn ist es eine schöne Verbindung zwischen der Geburt Jesu und der Kirche heute. Durch seine persönliche Begeisterung und Leidenschaft und die Naturverbundenheit ist es ihm und seinen Helfern gelungen, eine außergewöhnliche Krippe zu inszenieren, vor der die Menschen stehen bleiben.

Immer wieder findet man kleine liebevoll gestaltete Details wie die vielen Singvögel, die sich auf den dünnen Zweigen tummeln. Herbert Rohkämper dreht die Figuren aber nicht nur direkt zum Betrachter. Manchmal schauen sie verstohlen zum Engel hinauf, der Hirte weist mit seinem Zeigefinger in die Richtung der Heiligen Familie und ein anderer neigt den Blick andächtig nach unten. Besonders die Kinder aus der benachbarten Kindertagesstätte seien immer wieder aufs Neue begeistert, berichtet er. Gerne führt er die jungen Besucher herum und erklärt ihnen die Kleinigkeiten. Bei Rohkämper dürfen die jungen Schafe auch in verschiedene Richtungen laufen, so wie es im wirklichen Leben ist. An diesem Sonntag kann die Krippe ausgiebig von 14.30 bis 17.00 Uhr besichtigt werden. Herbert Rohkämper ist selber vor Ort und bietet auf Wunsch auch Kirchenführungen an.

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