Mal was Nebensächliches...

Geistlicher Glaubensimpuls

Warum weiß man eigentlich Dinge, die man nicht wissen möchte? Manchmal dringen Informationen ins Hirn ein, um die man sich wirklich nicht bemüht hat. Da gibt es diese schlimme Sendung, die man natürlich nicht guckt und doch weiß man, dass Gunter Gabriel frühzeitig wegen gesundheitlicher Probleme das Dschungelcamp verlassen hat.

Dieser Information war einfach nicht zu entkommen. Sie überrumpelte einen beim Frühstück aus der Tageszeitung heraus, beim Öffnen des Internets, beim beiläufigen Mithören eines Gesprächs und ja, bitte, jetzt beim Lesen dieses Beitrags.

Die Macht der Nebensächlichkeiten ist wirklich unerhört! Aber bitte, man kennt es ja: Da wird der Pastor gelobt, „sehr schöne Predigt!“, er denkt für einen Moment, seine herausragenden Gedanken seien gemeint, aber tatsächlich geht es um die gute Lautsprecheranlage in der Kirche: „Man konnte Sie wunderbar verstehen.“

Da will man endlich mal ein gutes Buch lesen, aber, ach, das Aldiprospekt liegt ja da noch, das hat man schnell durchgeschaut, dann kann es weg und wo man gerade auf dem Weg zum Mülleimer ist...

Da fragt man zu Hause, ob es in der Tagesschau irgendwas gab und die Antwort lautet: Der Hofer hat ‘ne neue Brille.

Andererseits muss man zugeben: Auch unsereins hat ja nicht als UNO-Generalsekretär, sondern als eine/r unter vielen angefangen, am Rande eines Sandkastens, irgendwo hinten im Klassenzimmer. Sogar Jesus selbst war zunächst eine echte Randerscheinung: Nicht er, sondern der Kaiser in Rom ist es, der mit seiner Steuerzählung ein ganzes Land in Aufruhr versetzt, und irgendwo in diesem Gewimmel wird ein Kind geboren. Am Beginn nahezu jeder großen Idee steht anscheinend eine Banalität, vielleicht ein Versehen, jedenfalls: ein Senfkorn.

So gesehen kann man hoffen, dass das Nebensächliche das Hauptsächliche nicht verdrängt, sondern womöglich sogar transportiert.

Unser Gunter, der einem aus unerfindlichen Gründen gar nicht so unsympathisch ist, heißt mit Nachnamen Gabriel. Da klingelt bei einem gelernten Katholiken doch was…!

Und nebenbei gesagt: Wenn man über den großen Teich blickt, dann ist man ja dankbar, dass Leute wie er ins Dschungelcamp drängen und nicht ins Kanzleramt.

Claudia Auffenberg

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