„Mach dich stark für Generationengerechtigkeit“

Jahreskampagne der deutschen Caritas thematisiert Chancengerechtigkeit und Zusammenhalt

„Lebt die alte Generation zu Lasten der jungen?“ lautet die Frage, die die Caritas auf einem Plakat mit diesem Foto stellt.Foto: Deutscher Caritasverband/Heiko Richard

 

Paderborn/Freiburg (jon).Ein schwieriges Thema hat sich die deutsche Caritas in diesem Jahr für ihre jährliche Kampagne ausgesucht: „Mach dich stark für Generationengerechtigkeit“. Angesprochen wird dabei sowohl die Gerechtigkeit zwischen den Generationen als auch innerhalb einer Generation – ein sehr politisches Thema, wie Caritas-Präsident Dr. Peter Neher betont.

„Politische Entscheidungen, die heute getroffen werden, haben morgen und übermorgen Auswirkungen auf nachfolgende Generationen. Die umlagefinanzierten Sicherungssysteme, wie die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung, müssen zwischen den verschiedenen Generationen solidarisch gestaltet werden“, fordert er deshalb. Durch Zuwanderung und demografischen Wandel werde sich das Verhältnis der Generationen in Deutschland radikal verändern, sagt Neher. Eine gerechte Politik müsse sicherstellen, dass auch nachfolgende Generationen einen ausreichenden Schutz in den Sozialversicherungssystemen erhalten. „Um dies finanzieren zu können, brauchen wir ein einheitliches Versicherungssystem der gesetzlichen und privaten Kranken- und Pflegeversicherung. Deren Beitragsbemessungsgrenze sollte auf das Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung angehoben werden“, macht Neher ganz konkrete Vorschläge in Richtung Bundespolitik. „Gleichzeitig haben die heutigen Großeltern ein Recht da­rauf, dass ihre Lebensleistungen honoriert werden. Wir wollen eine gerechte Zukunft für alle“, betont er. Unterstützt werden die Forderungen von einer pfiffigen Plakat-­Kampagne, die vor der Gefahr einer übermäßigen Belastung künftiger Generationen warnt.

Über politische Forderungen hinaus ist es der Caritas zudem ein Anliegen, zu einem guten Miteinander der Generationen anzuregen und damit zu einem positiven Klima in der Gesellschaft beizutragen. „Ein faires Miteinander von Jungen und Alten, von Einheimischen und Zugewanderten ist ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft“, betont Neher.

Um dies praktisch zu unterstützen, regt die Caritas an, überall in Deutschland sogenannte „Bundesgenerationenspiele“ durchzuführen. Im Gegensatz zu den bekannten Bundesjugendspielen, bei denen vorrangig sportliche Einzelleistungen ausgezeichnet werden, setzen die „Bundesgenerationenspiele“ auf das Zusammenspiel von Teams, die mehrere Generationen umfassen und auf Spaß und gemeinsame positive Erlebnisse abzielen.

Die „Bundesgenerationenspiele“ werden von dem Musiker Sebastian Krumbiegel von der Band „Die Prinzen“ als Schirmherr unterstützt. „Gestern sprachen alle über den demografischen Wandel, heute über die sogenannte Flüchtlingskrise“, sagt er. „Dabei könnten Flüchtlinge uns sogar helfen, die Folgen des demografischen Wandels zu mildern. Wenn es uns gelingt, alle zusammenzubringen: Junge und Alte, Deutsche und Flüchtlinge. Wie das spielend gelingt, zeigen die Bundesgenerationenspiele, die ich aus vollem Herzen unterstütze.“

Info:

Auf der Caritas-Website ­www.­starke-generationen.de kann jedermann Teil einer Demografie-Demo werden, mit dem Altersgenerator einen Blick in die eigene Zukunft werfen und sich über die politischen Forderungen der Caritas informieren.

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