Kunst im Kreuzgang

Ausstellung in Bielefeld

Herzstück der Ausstellung in der Bielefelder Kirche St. Jodokus ist das Werk "Exodus"

 

Bielefeld. „Exsolutio“ heißt die Ausstellung, die noch bis zum 6. März im Rahmen der Reihe „Kunst im Kreuzgang“ in der St.-Jodokus-Kirche in Bielefeld zu sehen ist. Unter diesem Titel stellt der aus Neapel stammende und in Berlin ansässige Medienkünstler Costantino Ciervo in der Kirche ausgewählte neue Videoarbeiten und eine Licht-
installation zu einer höchst aktuellen Thematik aus: „Flucht und Emigration“.

Der lateinische Begriff „exsolutio“ gibt das Thema der Ausstellung vor, denn im Deutschen bedeutet er sowohl „Befreiung“ als auch „Erlösung“, im Sinne der Erlösung des Menschen aus einem Zustand von Elend und Schande.

Den Wunsch nach Befreiung, Erlösung und Rettung trage jeder als „Impuls zum Leben“ in sich, heißt es seitens der Organisatoren. Auf historischer Ebene befasst sich die Ausstellung sowohl mit dem biblischen Auszug der Israeliten als auch mit der gegenwärtigen Situation globaler Flucht- und Migrationsbewegungen von Kriegs-, Wirtschafts- und Armutsflüchtlingen. Diese sei ein „epochales Phänomen des Massen-Exodus“, heißt es.

Costantino Ciervo ist einer von nur wenigen Künstlern, die sich kontinuierlich und konsequent mit zentralen Themen aktueller Gesellschaftsveränderungen auseinandersetzen. Seine Kunst ist ein Beitrag zur gegenwärtig geführten Debatte. Ciervo bietet in dieser Ausstellung im architektonisch sakralen Kontext eine interessante und diskussionswürdige Sicht auf politische, philosophische und theologische Aspekte der gegenwärtigen weltpolitischen Situation.Das Herzstück der Ausstellung ist die neue vierteilige Installation „Exodus“, bestehend aus drei Schaufensterfiguren mit einem versiegelten Hautüberzug aus getrockneten Kichererbsen sowie einer reisgefüllten Zinkwanne mit eingelassenem Monitor, auf dem man ein Flüchtlingsboot im Meer treiben sieht. Die Kicher­erbsen symbolisieren die Vielfalt und Verschiedenartigkeit der Menschen, denn keine Kirchererbse gleicht der anderen.

Die drei Puppen tragen jeweils in ihrer rechten Hand einen Minibeamer, dessen Projektion auf ihren Kopf gerichtet ist. Hier fungiert ein weißer Porzellanteller als Projektionsfläche. In den Videos sieht man die heiligen Schriften der drei monotheistischen Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam.

„Kunst im Kreuzgang bringt ohne einen erhobenen Zeigefinger die Kunst in einen Dialog mit dem Kirchenraum“, erklärt Pastor Lars Hofnagel die Veranstaltungsreihe.

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