„Großes hat der Herr an mir getan“

Familienwallfahrt der Malteser mit 916 Pilgern nach Lourdes / Pilger voller Eindrücke zurück

Insgesamt 916 Pilgerinnen und Pilger aus dem Erzbistum Paderborn waren in diesem Jahr mit den Maltesern in Lourdes.

 

Paderborn/Lourdes. „Großes hat der Herr an mir getan“: Unter diesem Leitspruch waren 916 Gläubige aus dem Erzbistum Paderborn mit den Maltesern auf großer Pilgerfahrt in ­Lourdes. Die gesamte Wallfahrt über lachte die Sonne den Pilgern. Bei Temperaturen von bis zu 25 Grad und kaum einer Wolke am Himmel verbrachten sie Tage im Gebet und beim gemeinsamen Singen.

Viele von ihnen waren schon öfter mit den Maltesern in Lourdes, wie beispielsweise die 101-jährige Helene Weller aus Steinebach im Westerwald. Für die älteste Teilnehmerin gehört die vorösterliche Wallfahrt seit Jahren einfach dazu. Unter den Wallfahrern waren auch 180 Kinder und Jugendliche, viele von ihnen Firmbewerber, und 45 Menschen mit schweren Krankheiten oder Behinderungen.

Die mittlerweile 37ste vorösterliche Wallfahrt der Generationen wurde von Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB begleitet. „Das Besondere an der Malteser-Lourdeswallfahrt ist das Miteinander der Gruppe, das von großer Aufmerksamkeit füreinander geprägt ist. Man spürt die verbindende Kraft des Glaubens, man spürt die Verbindung von jungen Menschen und Senioren, von gesunden Pilgern und Menschen mit Erkrankungen oder Behinderungen. Sie begegnen sich unter der Gottesmutter und wachsen als große Pilgergemeinschaft zusammen“, so der Weihbischof. Für ihn war es die erste Lourdes­wallfahrt als Weihbischof. Ein großes Lob sprach er dem Organisationsteam aus: „Die vielen Pilgerinnen und Pilger konnten sich voll Vertrauen in die Hände der Malteser begeben.“

Umfangreiche medizinische und seelsorgliche Betreuung, ein Rollstuhldienst, eine Musikgruppe und vieles mehr: Damit die Pilgerfahrt gewohnt reibungslos ablaufen konnte, waren 93 Mitglieder des Lourdes-­Pilgerdienstes mit dabei, zudem 50 Helfer des Lourdes-­Krankendienstes des Malteserordens. Organisiert wurde die Wallfahrt wieder durch den Lourdes-Pilgerdienst, für den Thomas Ohm aus Dortmund als Wallfahrtsleiter sowie Franz Anton Becker aus Paderborn als Geschäftsführer verantwortlich sind. Bei der Organisation war auch das Paderborner Ehepaar Winfried und Michaela Pankoke maßgeblich involviert. Und was wäre eine Lourdes­wallfahrt ohne stimmungsvolle Gesänge und Musik? Dafür war die Musikgruppe um Walter Müller aus Lichtenau zuständig. Der Lourdes-Krankendienst des Malteserordens, der während der Wallfahrt die Menschen mit schweren Krankheiten und Behinderungen um­sorgt hat, stand wieder unter Leitung von Constantin Graf Droste zu Vischering und Valerie Gräfin von Magnis. Erstmals wurden die Zugpilger auf der Hin- und Rückfahrt von einem eigenen Versorgungsteam der Malteser begleitet: Für das leibliche Wohl während der Reise war die Feldküche der Malteser in Altenbeken unter Leitung von Stefan Rüther verantwortlich.

Die Pilger aus dem Erzbistum waren wie so oft die erste große Gruppe am Heiligtum. Zum umfangreichen Rahmenprogramm gehörten Gottesdienste, Andachten, Kreuzwege, Lichterprozessionen – und natürlich Besuche der Grotte von Massabielle, an der vor über 150 Jahren Bernadette Soubirous die Muttergottes erschienen ist.

Die internationale Messe an Palmsonntag bildet traditionell den Höhepunkt der Malteser-­Wallfahrt. Ein besonderes Erlebnis war die Liturgie des Palmsonntages auch für Dr. Rainer Löb aus Hamm. Erst kürzlich, am 1. April, war der Malteser-Bundesarzt von Erzbischof Hans-Josef Becker zum ständigen Diakon geweiht worden. Konsequenterweise führte ihn sein erster diakonaler Weg auf die Malteser-Wallfahrt. Als erster Diakon trug er bei der internationalen Messe in der unterirdischen Basilika Pius X. das Evangelium vor und bereitete den Altar. Wie es gute Tradition ist, spielten Jugendliche der Pilgergruppe aus dem Erzbistum Paderborn während der Zeremonie die Passion Christi nach.

Mit einer stimmungsvollen Lichterprozession im heiligen Bezirk klang der letzte Abend in Lourdes aus. Und so reihten sich die Pilger aus dem Erzbistum ein in die Pilgerschar von Hunderten Menschen aus vielen Nationen. Der Pilgerzug machte auf dem Rückweg noch einen Halt in Köln, wo die Wallfahrer im Dom den letzten großen gemeinsamen Gottesdienst feierten. Mit nach Hause nehmen sie ebenso genügend Wasser von der Quelle an der Grotte wie auch viele Glaubenserlebnisse. Ein kleines Päckchen mit Sonnenblumenkernen bekamen alle Pilger von der Malteser-Jugend überreicht, damit etwas Wunderbares wachsen kann, das während der Pilgerfahrt seinen Anfang nahm.

Außergewöhnlich früh war die Pilgerfahrt in diesem Jahr ausgebucht: Schon Ende Januar standen über 100 Interessierte auf der Warteliste. In der Folge haben die Malteser alles getan, um möglichst viele Pilger mit nach Lourdes nehmen zu können.

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