Gott verändert

Zum außerordentlichen Monat der Weltmission

Der Oktober ist in der katholischen Kirche traditionell der Monat der Weltmission, in diesem Jahr gibt es sogar einen außerordentlichen Monat der Weltmission. „Getauft und gesandt“ ist das Leitwort, das Papst Franziskus darübergeschrieben hat. Es geht also in diesem Jahr weniger darum, mal in den sogenannten Missionsländern nach dem Rechten zu schauen, sondern über die eigene Mission nachzudenken.

Grafik: missio

 

von Claudia Auffenberg

Nun steht dem Katholiken an sich das Wort Mission irgendwie im Weg. Missionieren will man ja nicht mehr, jedenfalls nicht so wie früher von oben herab, notfalls mit Gewalt, als es darum ging, die armen Heidenkinder zu bekehren. Ulrich Klauke trägt das Wort Mission sogar in seiner Berufsbezeichnung. Er ist im Erzbischöflichen Generalvikariat Leiter des Referates Weltmission-Entwicklung-­Frieden. Die Kombination dieser drei Begriffe zeigt schon die Richtung, in die es katholischerseits heute geht. Doch Klauke weist zunächst darauf hin, dass der Begriff im nicht kirchlichen Bereich positiv besetzt ist. „Wer eine Mission hat, der hat etwas gefunden, für das es sich zu leben lohnt.“

Wir schieben eine kurze ­Recherche bei Google dazwischen: Da kommt zum Beispiel ein Artikel auf www.­tagesschau.de mit der Überschrift „Gretas Amerika-­Mission“. Und da geht es sicher nicht um das Bekenntnis zu Jesus Christus. Greta ist natürlich Greta Thunberg, die junge Frau aus Schweden, die gemeinhin mit dem Begriff „Aktivistin“ geführt wird. Sie gestaltet – und das gerade erschreckend konsequent – ihr Leben aus einer klaren Überzeugung heraus und das genau, sagt Klauke, sei auch die katholische Bedeutung. Es gehe immer um Wirken und Handeln, nicht darum, den anderen dazu zu bringen, gefälligst bestimmte Sätze für wahr zu halten. Der Prototyp der katholischen Mission ist gewissermaßen die Aussendung der 72 Jünger durch Jesus. Sie sollen den Frieden verkünden, nicht übers Essen meckern sowie die Kranken heilen und mit dem Hinweis auf das nahe Reich Gottes ermutigen. Mehr nicht, möchte man sagen, was hier natürlich die falsche Formulierung ist.

Nun ist in der Kirche derzeit weniger von Mission als vielmehr von Evangelisierung die Rede. Was genau ist darunter eigentlich zu verstehen? Klauke verweist auf das Schreiben „Evangelii nuntiandi“ von Papst Paul VI. Demnach ist Evangelisierung eine Art Dialog, besser noch eine Art Trialog. „Der Papst betont“, so Klauke, „wir stellen uns gemeinsam vor das Evangelium und so werde auch ich, der das Evangelium schon länger kennt, evangelisiert.“ Wer mit anderen über den Glauben spreche und dadurch selbst nicht verändert werde, so Klauke, da stimme etwas nicht: „Gottes Geist bringt immer Veränderung.“

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