Gemischte Bilanz

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Der 100. Deutsche Katholikentag in Leipzig hat rund 34 000 Dauerteilnehmer angelockt. Das waren gegenüber früheren Glanzzeiten von Katholikentagen nicht viele.

Für die Christen, die nach Leipzig gekommen waren, war es ein schönes Fest des Glaubens. Doch insgesamt fällt die Bilanz dieses Jubiläums-Katholikentages eher gemischt aus.

Licht und Schatten gab es beim Treffen der Katholiken. Auffallend war, dass die Hallen bei so mancher Diskussion nur zur Hälfte gefüllt waren. Vor allem die politischen Diskussionen hatten wenig Zulauf. Sind auch engagierte Katholiken politikverdrossen? Oder wollen sie nur nicht die immer gleichen Aussagen von stets denselben Politikern hören? Über die Gründe kann man nur spekulieren.

Ebenso wenig lässt sich mit Sicherheit sagen, ob und wie stark der Katholikentag in der extremen Diaspora gewirkt hat. Sicher sind die Teilnehmer des Treffens in Leipzig aufgefallen. Auch gab es am Rande Gespräche mit Konfessionslosen. Ob diese missionarisch waren, ist fraglich.

Positiv ist hervozuheben, dass es klare Positionierungen zu verschiedenen Themen gab. Diese Aussagen – etwa zum Thema Flüchtlinge oder auch zu einigen innerkirchlichen Fragen – sorgten für eine breite Berichterstattung in den Medien. Die katholische Kirche war in den Hauptnachrichten der TV-Sender und in vielen Zeitungen präsent – auch ohne Papst Franziskus, der sonst die Berichterstattung dominiert.

Für den nächsten Katholikentag in Münster gilt es nun, aus der Leipziger Veranstaltung die Lehren zu ziehen. Kardinal Karl Lehmann regte an, über neue Konzepte nachzudenken. Diesem Rat sollten die Veranstalter folgen, damit wieder neue Teilnehmer gewonnen werden können.

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