Gefährlicher Beruf

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Für die katholische Kirche zu arbeiten, ist ein gefährlicher Beruf. Das belegen die Zahlen der ermordeten, verletzten oder entführten kirchlichen Mitarbeiter in allen Teilen der Welt.

Vergangene Woche Donnerstag griffen mutmaßliche Dschihadisten in der jemenitischen Hafenstadt Aden ein von Mutter-Teresa-Schwestern betriebenes Seniorenheim an und ermordeten 16 Menschen. Die Opfer waren vier Ordensschwestern, ein Wachmann, Pflegekräfte, Fahrer und Köche.Dieser „Akt der Sinnlosigkeit und der teuflischen Gewalt“, wie Papst Franziskus das Verbrechen nannte, macht deutlich, dass die Arbeit von Ordensleuten, Priestern und katholischen Laien in der Welt eher gefährlicher wird.

Im vergangenen Jahr kamen 13 Priester, vier Ordensschwestern und fünf Laienmitarbeiter gewaltsam ums Leben. In der Statistik sind die ehrenamtlich für die Kirche Tätigen nicht mitgezählt. Bisher gab es die meisten Morde in Amerika. Kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in Südamerika für die Armen einsetzen oder ihre Stimme gegen Drogenkartelle erheben, sind ständiger Gefahr ausgesetzt. In anderen Erdteilen handelt es sich bei den Verbrechen meist um „profane“ Taten wie Raub-
überfälle.

Das Attentat im Jemen zeigt jedoch, dass sich die Gründe für die Ermordung von Priestern, Ordensleuten und Laienmitarbeitern verschieben werden. Sie geraten zunehmend ins Visier islamistischer Terroristen. So lange Terror und Hass nicht besiegt sind, so lange wird es immer gefährlicher, sich aus seinem Glauben heraus für andere Menschen einzusetzen.

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