Existenzielle Hilfe

Ein Kommentar von Andreas Wiedenhaus

Die Wohnung unbewohnbar, Arbeit und Einsatz von Jahren und Jahrzehnten in wenigen Augenblicken verloren: Unwetter bringen die Menschen in einigen Landstrichen Deutschlands derzeit zum Verzweifeln. Nicht wenige stehen im wahrsten Sinne des Wortes vor den Trümmern ihrer Existenz und wissen nicht, wie es weitergehen kann.

Wenn dann wie im Bistum Passau von kirchlicher Seite finanzielle Unterstützung geleistet wird, ist das – selbst wenn die jeweiligen Summen nicht hoch sind – ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Kirche nah bei denjenigen ist, die in Not geraten sind.

Doch diese Hilfe ist nur die eine Seite. Wer mit einem Schlag seinen Besitz verloren und gespürt hat, was „Lebensgefahr“ bedeutet, der ist zutiefst verunsichert: Auch ein technisch bestens ausgestattetes Land wie Deutschland, muss bei solchen Naturkatas­trophen irgendwann „passen“.

Es gehen also nicht nur materielle Güter verloren, von denen sich vieles ersetzen lässt. Viel schlimmer ist, dass die Opfer in ihrem Vertrauen bis ins Mark erschüttert sind. In solchen Momenten kann Seelsorge zeigen, wie wichtig sie ist und dass sie nicht nur „tröstende Worte“ bieten kann, sondern existenzielle Hilfe ist.

Und nicht zuletzt machen die beteiligten Bistümer und Pfarreien deutlich, dass sie jedem helfen, der Hilfe braucht. Das ist gerade in einer Zeit wichtig, in dem sich Hilfsorganisationen und staatliche sowie kirchliche Stellen dem – wenn auch unbegründeten –Vorwurf ausgesetzt sehen, für Flüchtlinge alle Hebel in Bewegung zu setzen und dabei die Sorgen und Nöte der eigenen Bevölkerung zu vernachlässigen.

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