Eine Initiative, die Lebensfreude lebt

Paderborner Verein hat 400 kostenlose Kulturveranstaltungen in sozialen Einrichtungen finanziert

Einmal im Jahr treffen sich Vertreter von mehr als 30 sozialen Einrichtungen, die von der Lebensfreude-Initiative von Richard Streich (rechts) unterstützt werden. Foto: Flüter

 

Hochstift Paderborn. Vor zehn Jahren gründete Professor Dr. Richard Streich die „Lebensfreude-Initiative e.V.“ Die gemeinnützige Initiative vermittelt Künstler und Kunst an soziale Einrichtungen. Mehr als 16 000 Menschen in Heimen und Tagespflegen, in Tanzschulen und Theatern haben dank der Initiative die kostenlosen Veranstaltungen besuchen können.

Zum Jahreswechsel trafen sich Künstler und Leiter von Einrichtungen, die in der Lebensfreude-Initiative zusammenarbeiten. Diese Treffen haben eine gute Tradition: Richard Streich nutzt sie, um Rückmeldungen zu erhalten und Ideen für neue Programme zu sammeln.

Auf diese Weise passt er die zur Aufführung kommenden Programme an die sich verändernden Interessen der Zuhörer und Zuschauer an. So werden heute Theaterstücke und Lesungen seltener als in den Anfangsjahren aufgeführt, Musik und Gesang gehen dagegen immer.

Auch wenn sich die Inhalte verändert haben, die Zahl der Auftritte ist seit Jahren konstant. Seit der Gründung haben dank der Initiative 400 Veranstaltungen stattgefunden. Mehr als 30 Sozial- und Pflegeeinrichtungen – die meisten von ihnen in katholischer Trägerschaft – wurden „bespielt“. Für die Bewohner fanden Lesungen und Konzerte, Kinoaufführungen und Tanzveranstaltungen statt. Die Initiative hat aber auch zu theaterpädagogischen Workshops und Podiumsdiskussionen über das Thema Demenz eingeladen.

Die Finanzierung der Veranstaltungen geschieht über einen von Richard Streich eingerichteten Fonds. Im Laufe der Jahre haben zunehmend mehr soziale Träger, Stiftungen, Kommunen und Unternehmen die Arbeit der Initiative unterstützt.

Dass die Lebensfreude-Initiative auf vielen Schultern ruht, stimmt Richard Streich optimistisch. „Wir werden auch in zehn Jahren noch erfolgreich arbeiten“, sagt er. Überhaupt ist der Gründer nicht nur wegen seiner guten Ideen und seiner Bereitschaft, in die Initiative zu investieren, ein Garant für eine gute Zukunft. Der Kölner und Karnevalsfan ist ein geborener Motivator, dessen Leidenschaft es ist, Leute zusammenzubringen. Seine Initiative trägt ihren Namen nicht ohne Grund. „Lebensfreude“ zu leben: Das ist die Botschaft, für die Richard Streich mit seinem Langzeitprojekt steht.

Karl-Martin Flüter

INFO

Die Initiative-Lebensfreude hat in ganz Deutschland Anerkennung gefunden. 2007 wurde die Initiative Preisträger des bundesweiten Wettbewerbs „startsocial“. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Minister Thomas de Maiziere überreichten den Preis im Bundeskanzleramt an Richard Streich. Die Westfalen Weser Energie prämierte die Lebensfreude-Initiative 2013 als „Leuchtturmprojekt“ für bürgerschaftliches Engagement.

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