Eine große Reform

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Festakte zu Jubiläen sind oft nicht gerade spannend. Meist wird auf die Geschichte einer Institution zurückgeschaut. Und anschließend gibt ein
Festredner hoch wissenschaftliche Gedanken zum Besten.

Ganz anders verlief jetzt der Festakt zum 50-jährigen Jubiläum der Bischofssynoden. Papst Franziskus nutzte seine Rede zu einem mutigen Blick nach vorn. Er sprach sich für eine stärkere Beteiligung der nationalen Bischofskonferenzen an den kirchlichen Entscheidungen aus. Das Zweite Vatikanische Konzil, so meinte der Papst, sei in diesem Punkt noch nicht ganz verwirklicht.

In der Tat war es in der Vergangenheit zwar so, dass nationale Bischofskonferenzen gehört wurden. Aber die Kurie in Rom hatte stets ein größeres Gewicht, wenn es um wichtige Entscheidungen ging. Das führte zu einer Zentralisierung auf Rom hin – wobei damit nicht immer der Papst persönlich gemeint sein musste.

Wenn nun Papst Franziskus das Übergewicht der römischen Kirchenverwaltung beschneiden will, so ist dies eine große Reform. Die Kirche würde mehr als Weltkirche handeln, denn als „römische“ Kirche im negativen Sinn.

Auf der anderen Seite hat Franziskus zwar die Rolle des Papstes neu beschrieben, aber das Amt an sich jedoch nicht infrage gestellt. Auch das ist gut so. Denn eine katholische Kirche ohne den Papst als „Klammer“ der Weltkirche wäre nicht mehr katholisch.

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