Ein Thema der Fastenzeit

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Das große Thema des Wahljahres 2017 scheint gefunden zu sein. Es heißt „soziale Gerechtigkeit“ und ist ein sehr passendes Thema, weil es für den Zusammenhalt in Staat und Gesellschaft grundsätzlich von Bedeutung ist.

Soziale Gerechtigkeit – das passt auch gut zur Fastenzeit. In den Wochen bis Ostern kann man einmal über Fragen nachdenken wie: Ist es gerecht, wenn Menschen nach 35 oder 40 Jahren Arbeit ins Nichts fallen können, weil sie vielleicht krank geworden sind oder in ihrer Firma Entlassungen anstehen? Ist es gerecht, dass Manager schon nach wenigen Jahren im Amt millionenschwere Abfindungen bekommen – selbst dann, wenn sie Fehlentscheidungen getroffen haben? Ist es gerecht, wenn junge Menschen erst mit 25 oder gar 30 Jahren ihren ersten unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten? Ist es gerecht, dass Menschen, die nur von den Zinsen aus ihrem ererbten Vermögen leben, prozentual weniger Steuern bezahlen als der hart arbeitende Normalbürger? Ist es gerecht, wenn Manager eines Konzerns bis zum Hundertfachen dessen bezahlt bekommen, was ihre Arbeitnehmer verdienen – und die Unternehmen die hohen Zahlungen auch noch von der Steuer absetzen können?

Diese Liste von Fragen lässt sich noch erheblich verlängern. Das Thema Gerechtigkeit ist ein weites Feld, worüber man ja auch in der Bibel viel erfahren kann. Zu den Debatten können deshalb auch Christen eine Menge beitragen. Die christlichen Sozialverbände sind in erster Linie gefragt, Stellung zu beziehen.

Gerechtigkeit ist ein Dauerbrenner, an dem es ständig zu arbeiten gilt – und dies darf vor allem auch nach den Wahlen nicht wieder in Vergessenheit geraten.

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