Ein starkes Signal

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Kaum war die Bischofsversammlung zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche beendet, meldeten sich schon die Enttäuschten zu Wort. Zu wenig konkrete Ergebnisse habe es gegeben. Der Papst habe keine Maßnahmen genannt, hieß es unter anderem. Wer allerdings die viertägigen Beratungen intensiv verfolgt hat, muss zu einer differenzierteren Bewertung kommen.

Blick in die Aula des Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan. Foto: kna

 

Bei der Versammlung im Vatikan gab es sehr deutliche Worte von den Teilnehmern, die Bischöfe und Ordensoberen wurden mit erschütternden Berichten von Missbrauchsopfern konfrontiert und es gab auch

sehr konkrete Vorschläge zur Änderung des Kirchenrechtes und zum Umgang mit den Tätern.

Aus all diesen – zum Teil unterschiedlichen – Initiativen müssen nun konkrete Regelungen und Kirchengesetze entwickelt werden. Das braucht etwas Zeit und kann nicht innerhalb weniger Stunden nach Abschluss des Treffens erwartet werden.

Darüber hinaus ist die Versammlung in Rom nicht der Anfang der Diskussion um Missbrauch durch Geistliche gewesen. Seit Jahren schon befasst sich die Kirche mit diesem Thema. Zahlreiche Maßnahmen sind ergriffen worden – in einigen Ländern und Diözesen mehr, in anderen weniger.

Gerade bei uns im Erzbistum Paderborn ist sehr viel getan worden. Akten wurden der Staatsanwaltschaft übergeben, es gibt zwei Missbrauchsbeauftragte und die Prävention nimmt seit Jahren eine große Rolle ein – um nur einige Beispiele zu nennen.

Andere Diözesen auf der Welt, die beim Umgang mit Missbrauch noch nicht so weit sind, werden nun handeln müssen. Denn von der Versammlung in Rom ist – insgesamt gesehen – ein starkes Signal ausgegangen:

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