Ein offenes Ohr in allen Lebenslagen

Seit zehn Jahren engagieren sich Ehrenamtler für das ökumenische Projekt „Caritas-Kontakt“

Stets für „Caritas-Kontakt“ im Einsatz: Hedwig Lehnhoff (links), Ernst Lahme und Christa Moldenhauer. Foto: Czembor

 

Dortmund-Aplerbeck. Vor rund zehn Jahren kamen Mitglieder der Caritas St. Ewaldi gemeinsam mit der evangelischen Aplerbecker Kirchengemeinde auf die Idee, ein kostenloses ökumenisches Hilfsangebot ins Leben zu rufen – „Caritas-Kontakt“ heißt es inzwischen. Den Betroffenen sollte ein offenes Ohr geschenkt und daneben aktive Hilfe angeboten werden. Das Angebot umfasst neben der Hilfe beim Ausfüllen von Formularen beispielsweise auch die Begleitung zu Behörden.

Die Begleitung zu Behörden und das Ausfüllen von nicht immer leicht verständlichen Formularen – der Dienst, der donnerstags alle zwei Wochen stattfindet – ist aber nicht die einzige Hilfe, die „Caritas-­Kontakt“ anbietet. Denn alle zwei Wochen finden an zwei Tagen begleitete Einkaufsfahrten statt, bei denen zwei Kleinbusse Aplerbecker Senioren in das Rodenberg-­Center fahren, wo sie mindestens eine Stunde Einkaufszeit nutzen können.

„Wir haben hier regelmäßige Teilnehmer, die zum Teil seit Jahren an diesen für sie wichtigen Fahrten teilnehmen“, sagt Ernst Lahme, einer der Gründer von „Caritas-­Kontakt“. „Wir suchten und fanden von Anfang an den Kontakt zu den Senioren der evangelischen Kirchengemeinde in unserem Stadtteil und niemanden der Ratsuchenden fragten wir nach seinem Taufschein. Wir versuchen, lebendige Ökumene zu leben“, betont Lahme.

Zusammen mit Hedwig Lehnhoff und Christa Moldenhauer steht er jeden zweiten Donnerstag im Ewaldi-Gemeindehaus an der Egbertstraße 15 für Fragen von Rat- und Hilfesuchenden bereit. Der ehemalige Caritas-Geschäftsführer und Aplerbecker Bezirksvorsteher im Ruhestand freut sich über das Funktionieren des ökumenischen Projektes, das im November 2005 durch eine Spende von 5 000 Euro in Gang kam und heute bereits zwei Kleinbusse sein eigen nennt.

Aber nicht nur der eigentliche Einkauf, sondern auch die durch die Fahrt möglichen Gespräche und Kontakte untereinander bringen Abwechslung in den Alltag der betagten Aplerbecker. „Heute gibt es bei uns sogar schon Wartelisten“, sagt Christa Moldenhauer etwas traurig. Froh ist sie allerdings darüber, dass sich das Stadtbezirksmarketing finanziell an dem ökumenischen Projekt beteiligt hat.

Einen ersten Versuch mit den begleiteten Einkaufsfahrten hatten Ernst Lahme und seine Helfer bereits vor zehn Jahren mit einer Pfadfindergruppe unternommen, der aber durch Terminschwierigkeiten der jungen Helfer nicht lange aufrechterhalten werden konnte. Jetzt, wo alles von der Zentrale an der Egbertstraße koordiniert wird, laufe es wie am Schnürchen.

„Vor allem aus den Außenbezirken des Stadtbezirkes, in denen der Weg zum nächsten Geschäft weit und beschwerlich ist, fällt unser Angebot auf fruchtbaren Boden“, freut sich Hedwig Lehnhoff, die jeden Donnerstag als Ansprechpartnerin im Kontakt-Büro Dienst tut. Durch diese Hilfs­einrichtung erhalten viele betagte Mitbürger ein Stück ihrer Selbstständigkeit zurück.

von Horst-Dieter Czembor

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