Ein Blick für die Schönheit

Erzbischof Hans-Josef Becker predigte beim Bruder-Jordan-Tag

Nach dem Gottesdienst betete Erzbischof Becker am Grab von Bruder Jordan Mai um dessen Seligsprechung. Fotos: Maas

 

Dortmund. Den Festgottesdienst zum 97. Todestag von Bruder Jordan Mai feierte in diesem Jahr Erzbischof Hans-Josef Becker in der Dortmunder Franziskanerkirche. Und er warf einen etwas anderen Blick auf die Spiritualität Bruder Jordans, als dies in den vergangenen Jahren an dieser Stelle geschehen ist.

von Wolfgang Maas

Häufig – und völlig zu Recht – wird am Todestag dieses vorbildlichen Franziskanerbruders auf dessen Selbstlosigkeit, mit der er arme Gemeindemitglieder unterstützte, hingewiesen. Auch seine tiefe Gläubigkeit, seine Leidenschaft für Gebete blieben nicht unerwähnt.

Doch Erzbischof Hans-Josef Becker erinnerte auch an die Verbundenheit des Mönches mit Gottes Schöpfung. „Wenn ich heute Morgen hier mit Ihnen in der Franziskanerkirche die heilige Messe feiern darf, dann denken wir dabei besonders an Bruder Jordan Mai und seinen Lebensweg, an sein großes Erstaunen über die Schönheit der Natur und der Menschen, an sein Mitgefühl mit allen Geschöpfen.“ Auch hier sei der in und um Dortmund noch immer hochverehrte Mönch ein Vorbild. „Pater Jordan hatte einen Blick für die Schönheit und das Wesentliche“, betonte der Erzbischof.

Schon zu Beginn des Festgottesdienstes sagte Erzbischof Hans-­Josef Becker, wie sehr er sich freue, wieder in Dortmund zu sein. Denn hier finde man auch eine Art Arche Noah, nämlich den Zoo. „Sein Direktor heißt Frank Brandstätter, und er interessiert sich seit Jahren für das Thema ‚Tiere der Bibel‘“, freut sich der Erzbischof. Diese Führungen seien die am meisten nachgefragten. Abschließend forderte Becker die Gottesdienstbesucher auf, neugierig zu bleiben und mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Denn jedes Geschöpf sei von Gott so gewollt, wie es ist.

Diesen Artikel teilen:

Ähnliche Artikel