Denkmal für das Leben

Gedenkstele auf dem Kohlhagen erinnert an die Würde von ungeboren verstorbenen Kindern

Kirchhundem/Kohlhagen (ml). Es ist ein uralter Eichenbalken aus einem Fachwerkhaus, in den Sterne geschnitzt wurden und auf dem eine Acrylplatte befestigt ist. Diese zeigt zwei schützende Hände mit einem ungeborenen Kind. Dies ist die neu errichtete Gedenkstele für ungeborene Kinder, die auf dem Friedhof hinter der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung auf dem Kohlhagen entstanden ist.

Ein Denkmal für das Leben ist die neue Stele, präsentiert von (v. l.) Marco Beckmann, Hildegard Schlüter, Hermann-Josef Beckmann, Johannes Neuhaus, Britta Artel, Pfarrer Heinrich Schmidt, Jürgen Neuhaus, Wilfried Jaspers und Alexandra Linder. Foto: Lüttecke

 

Pfarrer Heinrich Schmidt bedankte sich bei allen, die dazu beigetragen haben, diesen „Ort der Erinnerung“ zu schaffen. Wie wichtig dieser Gedenkort ist, machte der Geistliche mit sehr persönlichen Worten deutlich. Die Eltern von Heinrich Schmidt, der in Meschede mit zwei Geschwistern aufgewachsen ist, hatten zunächst eine Totgeburt. Früher war es üblich, dass das im Mutterleib gestorbene Kind in einem anderen Grab mit beigesetzt wurde. Pastor Schmidt sagte, dass seine Eltern zeitlebens darunter gelitten hätten, dass sie keinen Ort hatten, an dem sie trauern konnten. Die neu errichtete schlichte Stele lädt zum Trauern und Gebete sprechen ein. Pfarrer Schmidt: „Keiner ist vergessen, keiner ist verloren. Bei Gott hat jeder seinen Namen.“ Er wünschte sich, dass sich Nachahmer für weitere Friedhöfe finden.

Auch Alexandra Linder, die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, war sehr froh und dankbar, dass es solche Orte des Gedenkens gibt. Denn sie kennt die Gefühle und Gedanken der Frauen, die nach einer Abtreibung das Gespräch mit ihr oder einer ehrenamtlichen Beraterin suchen. Deshalb wurde auch die unabhängige Bürger­initiative „vitaL“ ins Leben gerufen.

Die Initiative für diese Gedenkstele ging von Hubert Kahmann und Hermann-Josef Beckmann von der KAB aus, die dies mit Wilfried Jaspers vom Kirchenvorstand besprachen. Der Auftrag für die Stele wurde Tischlermeister Jürgen Neuhaus aus Wirme erteilt. Sein Vater Johannes hatte vor zwei Jahrzehnten in dem kleinen Ort Valwig an der Mosel alte Fachwerkbalken gekauft, um diese weiterzuverarbeiten. Davon wurde jetzt ein Balken für diese Gedenkstätte benutzt, in den Jürgen Neuhaus die Sterne hineinschnitzte. Den Platz auf dem Friedhof richtete Wolfgang Hille von der Firma Weilharter aus Albaum her. Neben der Stele befindet sich ein Stein mit einer Platte, auf der steht: „Denkmal für das Leben. Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen. Ich vergesse Dich nicht. Sieh her: Ich habe Dich eingezeichnet in meine Hände.“ – Ein Zitat aus dem Propheten Jesaja, Kapitel 45 und 49.

Zudem werden die Besucher direkt angesprochen: „Sie stehen an einer Gedenkstätte für Kinder, die bereits im Mutterschoß verstorben sind. Wir haben sie nie kennengelernt, und doch ist der Schmerz für die Eltern groß. Jeder Mensch hat eine unsterbliche Seele. Wir laden Eltern und Trauernde ein, im Gebet mit den Kindern verbunden zu sein und ihre Namen vor Gott zu tragen: Gott, Du vergisst uns nicht. Unsere Namen sind eingezeichnet in Deine Hände. Das Licht der Auferstehung leuchte uns.“

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