Den Kindern geben, was sie brauchen

Im Upendo-Kinderheim in Tansania leben bis zu 60 Kinder / Sie brauchen weiter Unterstützung

Der Initiativkreis für das Upendo-Kinderheim trifft sich auch im Missionshaus Neuenbeken. Foto: Flüter

 

Paderborn. „Upendo“ heißt „Liebe“ und so lautet auch der Name eines Kinderheimes, das die Missionsschwestern vom christlichen Blut in Tansania betreiben. Tansania ist ein Land, das anders als andere afrikanische Staaten von schweren und sozialen Konflikten verschont wird. Dennoch ist das Upendo-Kinderheim auf Unterstützung aus Deutschland angewiesen.

von Karl-Martin Flüter

Das Upendo-Kinderheim liegt in Moshi, einem kleinen Ort am Fuße des Kilimandscharo. Bis zu 60 Kinder haben hier eine neue Heimat gefunden. Einige haben ihre Mutter während der Geburt verloren, andere sind verwaist oder aus anderen Gründen elternlos. Betreut und versorgt werden sie von sechs ausgebildeten Mitarbeiterinnen.

Die jüngsten Bewohner im Upendo-Kinderheim sind einige Tage alt. Für sie wurde eine Babystation eingerichtet. Die anderen Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren leben unter für Tansania vergleichsweise guten Bedingungen. Ab drei Jahren besuchen sie den eigenen Kindergarten, eine Krankenstation versorgt die Mädchen und Jungen. Wenn es noch Verwandte gibt, gehen die Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren in die Familien zurück. Wenn das nicht gelingt, versucht das Haus Adoptionen zu arrangieren. Spätestens, wenn die Kinder das Schulalter erreichen, wechseln sie in andere Heime.

Der Orden der Missionsschwestern vom kostbaren Blut wurde in Südafrika gegründet und ist schon seit Ende des 19. Jahrhunderts in Tansania tätig. In Moshi hat der Orden – wie anderswo – auf eine möglichst weitgehende Selbstversorgung geachtet. Auf den eigenen Feldern wird Getreide, Gemüse und Obst angebaut; in den Ställen stehen Kühe und Schweine.

Doch nicht alles, was gebraucht wird, kann aus der Eigenproduktion stammen. Das gilt vor allem für die Babynahrung, die in Tansania sehr teuer ist. Deshalb ist das Upendo-­Kinderheim auf die Unterstützung aus Deutschland angewiesen.

Einer der besten Kontakte hat sich über Schwester Maria Irmgard Teuschhoff entwickelt. Die Ordensschwester lebt und arbeitet in Moshi, aber sie ist immer noch fest verbunden mit ihrer Heimatstadt Paderborn. Dort war sie als Caritasschwester tätig, bevor sie in den Orden eintrat.

Bei einigen ihrer ehemaligen Caritaskollegen traf sie mit ihrer Bitte um Hilfe für das Upendo-Kinderheim auf offene Ohren. Der Unterstützerkreis um Peter Leppin, Issa Jürgens sowie Angelika und Wolfgang Teuschhoff sammelt Spenden und betreibt einen mobilen Dritte-­Welt-Laden, um Geld auch für „Upendo“ einzunehmen.

Mit im Spiel sind die Schwestern vom kostbaren Blut im Missionshaus in Neuenbeken. Dort trifft sich der Initiativkreis, wenn Besuch aus Moshi in Deutschland ist. Dann erfahren sie, was zurzeit am meisten gebraucht wird – etwa Fahrzeuge, um die Felder zu bewirtschaften, oder Geld für eine Solarpumpe, um kostengünstig sauberes Wassser zu gewinnen.

Der Bedarf an Unterstützung ist groß, damit in dem Heim, das sich den Namen „Upendo“ gegeben hat, die Kinder das bekommen, was sie wirklich brauchen: „­Liebe“.

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