BDKJ-Aktion mit historischem Wert

Neu errichteter Bildstock erinnert an mutige Rettungstat

Soest. Drei Kirchengemeinden aus Soest beteiligten sich an der 72-Stunden-­Aktion. Es ist die größte Sozialaktion des BDKJ und fand bundesweit vom 23. bis 26. Mai statt. Ein besonders geschichtsträchtiges Projekt wurde dabei vom Team der St.-Albertus-Magnus-­Gemeinde in ländlicher Idylle erstellt.

Eine von vielen Aktionen im Rahmen der 72-Stunden-Aktion des BDKJ.

 

von Diana Junkermann

Die Messdiener und das JuGo-­Team aus der St.-Albertus-­Magnus-Kirchengemeinde errichteten einen zwei Meter hohen Bildstock mit einem einen Meter großen Kreuz. Standort ist die Feldflur am Ende des Hepper Weges. Dort wohnt auch Landwirt Franz-Josef Schwarzenberg, dem das Land gehört. Als er vom geplanten Wegekreuz und dessen historischen Hintergrund erfuhr, stellte er sofort einen Teil seines Landes zur Verfügung.

Die Hintergrundgeschichte, warum das Kreuz dort steht und wo es herkam, ist bis heute beeindruckend: In der Zeit des Nationalsozialismus versteckte die Familie Hemmer, die im Soester Norden wohnte, eine befreundete Familie aus Österreich mit jüdischen Wurzeln. Rudolph und Frau Irene Aminger sowie die Schwiegermutter Therese Rachelbusch waren zwar zum Christentum konvertiert und katholisch geworden, aber das half ihnen wegen der nationalsozialistischen Rassenideologie nichts.

Für die Nazis blieben sie, trotz Taufe, Juden. Dieses Schicksal der Verfolgung erinnert stark an Edith Stein. Obwohl zum Katholizismus konvertiert und sogar Ordensschwester geworden, wurde die geborene Jüdin verfolgt und in Auschwitz ermordet.

Die Soester Familie hat aus starker, christlicher Überzeugung heraus gehandelt und ihren Glauben über die drohende Gefahr gestellt. So konnten die Freunde nach Ende des Krieges wieder unversehrt nach Hause zurückkehren. Zum Dank erhielt die Soester Familie ein von Josef Aminger selbst geschnitztes Kreuz, mit dem die Verfolgten ihren Rettern dauerhaften Dank ausdrücken wollten.

Die damaligen Protagonisten sind mittlerweile schon verstorben und die Nachfahren der Soester Familie übergaben der St.-Albertus-Magnus-­Gemeinde im letzten Jahr das Kreuz, damit es in der Gemeinde St. Albertus Magnus einen würdigen und dauerhaften Platz findet.

Um die Erinnerung wachzuhalten, wurde jetzt bei der 72-Stunden-Aktion fleißig geschafft: Zunächst wurde das Fundament gesetzt. Dann kamen in mehreren Schichten die Grünsandsteine. Der Bildhauer Michael Düchting stand den Aktiven dabei mit Rat und Tat zur Seite und die Kosten konnten im Vorfeld mithilfe einiger Sponsoren gedeckt werden. Die ganze Aktion wurde vom Gemeindereferenten Andreas Krüger geleitet.

Am 16. Juni 2019, um 11.00 Uhr wird der Bildstock am Hepper Weg 81 im Rahmen von „Kirche am See … on tour“ eingeweiht. Propst Dietmar Röttger wird dann zusammen mit Pastor Ludger Eilebrecht die Einweihung vornehmen. Das JuGo-Team der Gemeinde und die Band Resonanz begleiten den Gottesdienst unter freiem Himmel. Danach gibt es Getränke und Würstchen vom Grill.

 

 

 

In der Printausgabe des Dom Nr. 23 vom 9.Juni 2019 finden Sie eine Reihe weiterer Berichte über die 72-Stunden-Aktion im Erzbistum Paderborn. Ein kostenloses Einzelexemplar können Sie unter vertrieb@bonifatius.de bestellen. Oder wie wäre es mit einem kostenlosen Probeabo? Dann klicken Sie hier.

 

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