Ausbruch aus Armut und Krankheit

Die Schönauer Initiative „LEONIDIS“ sammelte 2016 mehr als 47 000 Euro für Kinder in Indien

Wenden-Schönau. Die Indien-­Initiative „LEONIDIS“ aus Schönau kann zufrieden sein. Mit einem Jahresergebnis von 47 413,28 Euro hat sie das zweitbeste Spendenergebnis seit der Gründung vor sieben Jahren verbuchen können. „Einmal mehr sind wir überwältigt von der anhaltenden Spendenbereitschaft, die es uns ermöglicht, die von Schwester Leonidis begonnene Arbeit in Indien fortzuführen“, sagt Sprecherin Irmgard Grebe-Quast.

Und sie macht deutlich: „Das Rekordergebnis im Jahr 2016 haben wir neben den vielen treuen Dauerspendern sicherlich auch dem Umstand zu verdanken, dass wieder einmal einige Unternehmer und Privatpersonen bereit waren, 10 000 Euro für eine sogenannte Verdopplungsaktion zur Verfügung zu stellen.“ Heißt: Vom 15. November des vergangenen Jahres bis zum 15. Januar dieses Jahres wurde jeder gespendete Euro bis zu einem Gesamtbetrag von 10 000 Euro verdoppelt. „Allein diese Aktion hat im vergangenen Jahr über die Hälfte des Spendenaufkommens erbracht“, so Grebe-Quast.

Für „LEONIDIS“ bedeutet das: Auch 2017 wird wieder das Schulgeld für rund 400 Kinder übernommen werden können. „Für jedes einzelne Kind bedeutet dieser Schulbesuch einen Ausbruch aus dem Teufelskreis der Armut und die Perspektive auf ein besseres Leben“, berichtet Irmgard Grebe-Quast, die sich schon mehrfach ein Bild vor Ort gemacht hat. Darüber hinaus hilft die Initiative aber auch auf ganz existenzielle Weise: „Seit vergangenem Jahr unterstützen wir ein von den Schwestern geleitetes Krankenhaus in Nordindien, das von mittellosen Patienten aufgesucht wird. Wir haben Behandlungskosten in Höhe von 3 000 Euro übernommen. Damit haben wir überwiegend an Tuberkulose erkrankten Patienten geholfen. Mit durchschnittlich 250 Euro – die sich Patienten dort nie leisten können – kann durch eine sechs- bis zwölfmonatige Behandlung ein Leben gerettet werden“, erzählt die „LEONIDIS“-­Sprecherin.

Und auch ein weiteres Projekt versteht es, mit wenig viel zu erreichen: „Gemäß dem Motto ,Jedem Kind jeden Tag ein Ei‘ versuchen wir, der Mangelernährung von Kindergartenkindern entgegenzuwirken.“ Früher brachten viele Eltern ihre Kinder zur Arbeit mit in die gefährlichen Steinbrüche rund um Bangalore. Diese Kinder werden nun von den Schwestern in den Ashalaya-­Kindergärten betreut. Mit dem von „LEONIDIS“ unterstützten Programm wird gewährleistet, dass sie wenigstens einmal täglich eine nahrhafte Mahlzeit bekommen. „Die Eltern wissen ihre Kinder so sicher aufgehoben und auch die Sorge um eine gute Ernährung ihrer Kinder können wir ihnen zumindest ein wenig nehmen“, so Grebe-Quast.

„Als wir damals starteten, hatten wir darauf gehofft, das Schulprojekt von Schwester Leonidis mit 109 Kindern fortführen zu können. Dafür benötigten wir etwa 10 000 Euro. Dass wir mittlerweile an der 50 000-Euro-Marke kratzen, knapp 400 Kinder im Schulprojekt haben und weitere Projekte fördern können – das ist sensationell“, sagt Grebe-­Quast. Sie weiß aber auch, wem das zu verdanken ist: „Schönau und Altenwenden stehen nach wie vor hinter unserer Arbeit. Das zeigt sich durch die Türkollekten und die Unterstützung, die einzelne Aktivitäten immer wieder erfahren.“ Erfreulich sei aber auch, dass zahlreiche Spender und Unterstützer aus anderen Teilen des Pastoralverbundes kommen. „Und dann gibt es schließlich noch die Familie Weißbrich aus Hofolpe, die den Erlös ihres Frühjahrs- und Herbstmarktes auf Gut Ahe ,LEONIDIS‘ zukommen lässt. Allein von dort kommt Jahr für Jahr eine gewaltige Summe.“

Auf groß angelegte Werbemaßnahmen wird „­LEONIDIS“ allerdings auch künftig verzichten. „Die Namensgeberin der Initiative hatte einen ganz wichtigen Grundsatz in ihrem Leben: Sie hat den Menschen immer von ihrer Arbeit in Indien berichtet – aber nie um Geld gebeten. Auch das ist ein Vermächtnis“, sagt Irmgard Grebe-Quast.

Die Alte Conventschule im indischen Sebastiapuram: Weil Bildung in Indien nicht kostenlos ist, könnten zahlreiche Kinder nicht zur Schule gehen, wenn „LEONIDIS“ nicht ihr Schulgeld bezahlen würde.

 

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