Angst und Schrecken

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Die USA und Russland sind wieder auf Konfrontationskurs. 30 Jahre nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes ist von der Politik Michail Gorbatschows nichts mehr übrig.

Verknotete Pistole für der UNO. Foto: Rainer Sturm / pixelio

 

Gorbatschow hatte in Verhandlungen mit den USA, die in Abrüstungsverträgen mündeten, das Ende des Kalten Krieges eingeleitet. Die Zeiten, in denen sich zwei hochgerüstete Blöcke – die NATO und der Warschauer Pakt – gegenüberstanden, schienen endgültig vorbei.

Doch jetzt haben die USA und Russland den INF-Vertrag über die Vernichtung nu­klearer Mittelstreckenraketen aufgekündigt. Der Präsident von pax christi, Bischof Heinz Josef Algermissen, warnt angesichts dieser Entwicklung eindringlich vor einem neuen Wettrüsten (siehe Seite 12).

Das Problem heute ist zudem erheblich größer als vor gut 30 Jahren. Damals war die Welt übersichtlicher eingeteilt. Es gab auf der einen Seite die NATO und auf der anderen den Warschauer Pakt. Andere Staaten spielten keine so große Rolle auf der Weltbühne.

Heute gesellt sich zu den USA und Russland noch die bis an die Zähne bewaffnete Weltmacht China. Darüber hi­naus verfügen eine ganze Reihe anderer Staaten über die Atombombe oder zumindest über die Möglichkeit, diese verheerende Waffe zu bauen. Erschwerend kommt hinzu, dass immer mehr Länder von unberechenbaren Staats­chefs regiert werden.

Die Welt ist seit der Wende 1989 nicht – wie es sich wohl alle erhofft haben – sicherer geworden. Für den Frieden zu arbeiten ist enorm schwieriger – aber es ist nötiger denn je.

Diesen Artikel teilen:

Ähnliche Artikel