Alle sind gefordert

Ein Kommentar von Andreas Wiedenhaus

Die katholische Kirche in Deutschland forciert ihr ökologisches Engagement: Ein aktuelles Schreiben der Deutschen Bischofskonferenz trägt den Titel „Der bedrohte Boden“ und sieht in diesem Zusammenhang vor allen Dingen die Landwirtschaft in der Pflicht.

Gefordert wird unter anderem ein „Kurswechsel“ in Richtung Ökologie statt Ökonomie: Landwirte sollten mehr auf nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden setzen, statt die Monokulturen weiter voranzutreiben.

Gut, dass die Bischöfe in diesem Zusammenhang auch die Verbraucher in die Pflicht nehmen. Denn die sind letztlich diejenigen, die entscheiden: Schauen sie auf den Preis oder auf die Qualität? Die Landwirte produzieren nur das, was sich auch verkaufen lässt.

Und das geschieht gerade bei Lebensmitteln in Deutschland in erster Linie über günstige Angebote. „Billig und viel“ sind für viele Verbraucher immer noch die wichtigsten Aspekte beim Einkauf. Zwar hat sich mittlerweile eine Gegenbewegung etabliert, die einigen Zulauf erhält. Doch das Umschwenken auf Bio-Produkte mit entsprechenden Preisen ist kein Allheilmittel, das die Probleme aller Bauern löst. Denn die stecken gleich mehrfach in der Klemme: Wenn es um die Landwirtschaft geht, haben viele ein Wörtchen mitzureden. Die großen Handelsketten, die genau festlegen, was in welcher Form in ihre Regale kommt, genauso wie die EU, die die ganz großen Vorgaben macht.

Dass in vielen Bereichen ein Umdenken mehr als nötig ist, zeigen nicht nur die Beispiele von riesigen Stallanlagen in der Geflügel- oder Schweinezucht oder der Anbau von sogenanntem Energiemais für Biogas-Anlagen. Doch hier muss ein „ganz großes Rad gedreht werden“. Und da sind alle gefordert.

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