Abenteuer ohne Ende

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Mit großer Mehrheit hat der Deutsche Bundestag den Einsatz der Bundeswehr im Sy­ri­en-­Krieg beschlossen. Zwar handelt es sich „nur“ um logistische Unterstützung, doch es ist eine Kriegsbeteiligung.

Die katholische Kirche sieht diesen Beschluss skeptisch bis kritisch. Am deutlichsten wird der Präsident von „pax christi“, Bischof Heinz-Josef Algermissen. Er spricht von einem militärischen Abenteuer ohne Ziel und ohne Ende.

Damit legt der Präsident der katholischen Friedensbewegung den Finger in die Wunde. In diesem Fall geht es nicht um die Frage: „Krieg ja oder nein?“ Es geht vielmehr darum, dass die Politiker deutsche Soldaten und auch das deutsche Volk ohne Konzept in eine kriegerische Auseinandersetzung verwickeln.

Wer einen Krieg führt – und das kann im Einzelfall auch aus ethischen Gründen gerechtfertigt sein – muss vorher wissen: Wer sind meine Verbündeten? Ist der Krieg rasch zu gewinnen? Und gibt es einen Plan, wie es nach dem Krieg weitergehen soll?

Auf alle diese Fragen gibt es bisher keine befriedigende Antwort. Stattdessen hat der Bundestag offensichtlich in Nibelungentreue zu Frankeich den Bundeswehreinsatz beschlossen. Was bei einer Kriegsbeteiligung aus solchen Motiven herauskommt, sieht man in Afghanistan. Es gab viele Tote unter den deutschen Soldaten und das Land ist noch nicht befriedet.

Der Syrien-Krieg ist erheblich gefährlicher, denn er gefährdet nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilisten hierzulande. Nach dem Kriegseintritt wird es sicher nicht lange dauern, bis Anschläge in Deutschland verübt werden könnten. Politiker aber sollen „Schaden vom deutschen Volk abwenden“. Dieser Amtseid wird mit dem Beschluss zu Syrien gebrochen.

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