13.07.2017

2 000 Gläubige im Kloster St. Jakob

Viele syrisch-orthodoxe Christen sind der Einladung von Erzbischof S. E. Mor Philoxenus Mattias ­Nayis (8. v. l.) zum Familienfest ins Warburger Kloster St. Jakob von Sarug gefolgt. Es war das fünfte Treffen der Gläubigen aus Deutschland und den Niederlanden in dem Warburger Kloster. Foto: auwi

Warburg (auwi). Zum fünften Mal in Folge war das syrisch-­orthodoxe Kloster St. Jakob von Sarug Treffpunkt der syrisch-orthodoxen Christen aus ganz Deutschland. Jedes Jahr wird hier am Sitz des höchsten Bischofs in Deutschland, bei Erzbischof S. E. Mor Philoxenus Mattias Nayis, das Familienfest zum Patronatstag St. Jakob von Sarug gefeiert.

Neben dem Bischof von Kanada, Metropolit Mor Athanasius Eliyo Bahe, dem Bischof für auswärtige Angelegenheiten Hanna Aydin (Delmenhorst), dem koptisch-orthodoxen Bischof Anba Damian (Brenkhausen) und Vertretern weiterer christlicher Kirchen waren an die 2 000 Gläubige aus dem gesamten Bundesgebiet und den Niederlanden angereist. Dazu kamen Musikgruppen aus Berlin, Wiesbaden und Gronau.

Im großen Garten des Klosters herrschte den ganzen Tag über buntes Treiben. Ein Karussell, Hüpfburgen, Geschenktüten und sogar Küken zum Anschauen und Streicheln sorgten bei den kleinen Familientagsgästen für viel Freude und Abwechslung.

Dass der Gottesdienst am Nachmittag im Freien stattfand, störte trotz des nassen Wetters wenig. „Es wurde im Regen getanzt und es war trotzdem eine wunderschöne Atmosphäre, ein fröhliches Fest“, berichtet Elisabeth Aydin, die vor allem die jungen Festgäste betreute.

Führungen im Kloster mit seinem Museum, dem ersten syrisch-orthodoxen in Europa, standen an diesem Tag natürlich auch auf dem Programm. Die Sammlung zeigt bis zu 400 Jahre alte Manuskripte, aramäische Hymnen, alte Evangelien, die zumeist aus Mesopotamien, dem Zweistromland an Euphrat und Tigris, stammen, sowie sakrale Gegenstände und ehrwürdige geistliche Gewänder.

Mit drei Reliquien birgt das Museum einen besonderen Schatz. Neben Knochenreliquien des Apostels Thomas und des heiligen Lazarus wird hier auch ein Teilstück des Gürtels der Gottesmutter Maria aufbewahrt.

Der Grundstein für das im neugotischen Stil errichtete Klostergebäude und die Kirche war 1892 gelegt worden. Rund 100 Jahre war der Dominikanerorden hier zu Hause. 1993 gab der katholische Orden seine Warburger Niederlassung auf.

Seit 1996 ist das Kloster im Besitz der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland und Sitz des Erzbischofs der Erzdiözese Deutschland, seine Eminenz Mor Philoxenus Mattias Nayis.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist gerade erst für 60 000 Euro aus Spenden und Mitteln der Denkmalbehörde renoviert worden. Vor allem die vielen bunten Glasfenster der Kirche standen dabei im Vordergrund der Renovierung.

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