Aktuelle Ausgabe
2012-20

Der neue Pastorale Raum „Dreiländereck Beverungen“ und sein Pastoralteam: Kirche bleibt Heimat

Zusammenwachsen erfordert Dialog

Das Beverunger Pastoralteam (von links): Pfarrer Christof Hentschel, Leiter des Patoralen Raumes, Pastor Thomas Nienstedt, Vikar Konrad Kupiec, die Gemeindereferentinnen Gisela Fritsche und Rita Gering, Pastor Karsten Lücking.Foto: Schleyer

Beverungen. Seit drei Monaten sind die beiden Pastoralverbünde „Beverunger Land“ und „Dreiländereck“ zu einem „Pastoralen Raum Dreiländereck Beverungen“ vereint.  

Von Richard Schleyer 

Elf Gemeinden und zwölf Kirchtürme umfasst der neue Pastorale Raum, dessen Verwaltungszentrum sich in der alten Vikarie in Beverungen befindet. Vier Priester und zwei Gemeindereferentinnen sind derzeit im Pastoralteam tätig. Seit einem halben Jahr arbeitet dieses Team zusammen. Pfarrer Christof Hentschel kam vor zwei Jahren nach Beverungen, Pastor Karsten Lücking vor vier Jahren. Die beiden Gemeindereferentinnen wirken schon länger in den Gemeinden. Pastor Thomas Nienstedt und Vikar Konrad Kupiec sind neu dabei. 

Gisela Fritsche im Rückblick: „Wir sind uns von Anfang an einig gewesen. Mit dem neuen Team muss auch der neue Pastorale Raum starten!“ Christof Hentschel als Pastoralverbundsleiter bestätigt: „Wir wollten nicht zweimal ansetzen mit dem konzeptionellen Erarbeiten pastoraler Strukturen und Schwerpunkte.“ Lieber wollte das Team gleich ins kalte Wasser springen und die beiden sehr unterschiedlichen Pastoralverbünde schnell zusammenführen.

Die einen Gemeinden sind von ihren bisherigen Priestern her eher traditionell und volkskirchlich geprägt, haben sich ein reiches ländliches Brauchtumsleben bewahrt. Die anderen haben in Glaubensweitergabe und Gemeindekatechese schon neue gemeinsame Wege versucht. Auf diese Unterschiede, so weiß Christof Hentschel, muss bei allen notwendigen Veränderungen Rücksicht genommen werden. „Dialogbereitschaft und gute Kommunikation sind die wichtigsten Voraussetzungen, damit die Gemeinden und ihre Gremien an einem Strick ziehen.“ Dabei habe sich in den Pfarrgemeinderäten große Veränderungsbereitschaft entwickelt. „Aber auch wir mussten lernfähig werden, auf die Gemeinden hören und mal zurückstecken“, versichert Rita Gering. 

Beispielsweise haben sich die Verantwortlichen viel Zeit genommen, um eine neue Ordnung für die Gottesdienstzeiten in den zwölf Kirchorten zu erstellen. Zweimal sind diese den Gremien unterbreitet worden. Jede Gemeinde hat dann Änderungswünsche vorgebracht; und diese sind möglichst berücksichtigt worden.  

An Ostern und Weihnachen verzichten die Gemeinden auf manche liebgewordene Gewohnheit. Die noch vier Geistlichen müssen schon jener Zeit vorbeugen, wenn demnächst für den Pastoralen Raum nur noch zwei Geistliche tätig sein werden. Dafür zeigen sich Pfarrer Hentschel und seine Mitbrüder etwa bei den Taufzeiten flexibel. Es soll keine festen Tauftermine mehr geben, sondern in, vor oder nach jedem Sonntagsgottesdienst in den einzelnen Gemeinden können Taufen stattfinden. Die Taufkatechese soll künftig von einem Laien-Team durchgeführt werden. Die Kurse finden zentral in Beverungen statt.

An den vier größten Orten des Pastoralen Raumes, in Beverungen, Dalhausen, Herstelle und Amelunxen finden zu festen Zeiten Sonntagsgottesdienste statt. In den anderen Orten wechseln sie nach einem festen Rhythmus. „In manchen Gemeinden regte sich auch Widerspruch!“, gesteht Pfarrer Hentschel ein. „Aber die Pfarrgemeinderäte haben da viel abgefedert und eine gute Vermittlerrolle übernommen.“ 

Für jeden Pfarrgemeinderat steht eine Person aus dem Team als fester Ansprechpartner zur Verfügung. Für die Kirchenvorstände ist allein der Leiter zuständig. Aber sonst legt Pfarrer Hentschel Wert darauf, dass jeder vom Team in jeder Gemeinde des Pastoralverbundes präsent ist. So ist etwa Pastor Nienstedt für die Jugendarbeit in allen elf Gemeinden zuständig, Frau Fritsche für die Familienpastoral. „Bei allem, was sich verändert, Kirche soll auch für die Menschen auf dem Dorf Heimat bleiben!“ Mit diesen Worten fasst Pfarrer Hentschel das Ziel seiner pastoralen Bemühungen zusammen. 

Wohin sich der Raum „Dreiländereck Beverungen“ entwickelt, ist noch offen. Am Ende könne eine einzige Großgemeinde stehen, eine Art Kirchspiel oder ein Pastoralverbund selbstständiger Gemeinden.


24.05.2012
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