Allagen und Niederbergheim feiern zweiten Teil ihres 1200-jährigen Jubiläums
Zeitreise durch die Kirchengeschichte
Allagen (thof). Mit einem Festgottesdienst, mitgestaltet von den Firmlingen und dem Männergesangverein „Cäcilia Allagen“, stimmten sich die Kirchenbesucher auf den zweiten Teil des Jubiläums „1200 Jahre Kirchengemeinde Allagen/Niederbergheim“ ein. Kurz ging Andrea Schulte, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, dann in der Möhnetalhalle auf den ersten Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten, das gelungene Pfarrfest vor wenigen Monaten, ein und hieß dann alle Besucher, darunter die Geistlichen des Pastoralverbundes, Müller, Gudermann und Sauerwald, die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Warstein, Elke Bertling, und viele weitere Gäste willkommen.
Heinrich Münstermann übernahm dann die Moderation der Veranstaltung und führte souverän und mit einem Schuss Humor durch das kurze Programm des Abends. Nach Liedvorträgen des Männergesangvereins unter der Leitung von Reinhold Völkels folgte der Festvortrag von Dr. Ulrike Gilhaus, die den spannenden Versuch unternahm, 1200 Jahre Kirchengeschichte Allagen/Niederbergheim lebendig werden zu lassen.
Und die konzentriert und gebannt zuhörenden Besucher waren ein deutliches Zeichen dafür, dass ihr Versuch gelang, reihte die Festrednerin doch im Zuge ihres Vortrags nicht nur geschichtliche Zahlen aneinander, sondern belebte und veranschaulichte ihren Vortrag mit Ausschnitten aus ihren umfangreichen Recherchen.
Gilhaus ging kurz auf geschichtliche Grundlagen ein und wies darauf hin, dass nach mündlichen Überlieferungen in Allagen bereits zur Zeit Karls des Großen, der im Jahr 800 in Aachen zum Kaiser gekrönt wurde, eine erste Kirche gebaut wurde, dass zu Beginn des 12. Jahrhunderts eine zweite Kirche eingeweiht und diese im 17. Jahrhundert durch ein größeres Gotteshaus ersetzt wurde.
Ende des 19. Jahrhunderts entstand dann schließlich der jetzige Bau. Bewusst nahm Gilhaus dann den Abbau des früheren Allagener Pastorats und seinen Wiederaufbau im Freilichtmuseum Detmold im Jahr 2002 zum Ausgang konkreter Betrachtungen über die Bedeutung des Christentums im Unteren Möhnetal und vor allen Dingen das Wirken der in Allagen lebenden Pastöre.
Kurz ging sie zunächst auf das frühere Allagener Pastorat ein und zeigte anhand seiner gediegenen und modernen Bauweise auf, welch überragende Bedeutung katholischen Pastören in früherer Zeit zukam. Intensiv widmete sich die Festrednerin dann dem Wirken Pastor Schafmeisters, der fast 33 Jahre in Allagen tätig war und der während dieser Zeit nicht nur Seelsorger war, sondern für eine Intensivierung des Vereinslebens sorgte, der verantwortlich für das Schulwesen war und sich um den Aufbau einer ersten Jugendarbeit kümmerte: „Pastor Schafmeister war der gute Hirte Allagens, unter dessen Regie zum einen eine vierte Kirche gebaut wurde, dessen Bedeutung für Allagen allerdings aufgrund vielfältiger Maßnahmen, die er eingeleitet hat, überragend war.“
Ulrike Gilhaus erinnerte dann noch an Pastor Vollmer, der früher in dem jetzt in Detmold platzierten Allagener Pastorat lebte, ehe sie ihren geschichtlichen Bogen zur Gegenwart spannte und alle Bewohner Allagens und Niederbergheims aufrief, das Freilichtmuseum aufzusuchen, das in absehbarer Zeit eine weitere Bereicherung im „Paderborner Dorf“ erfährt, wo auch das Allagener Pastorat steht: „Nach den Vorstellungen der Museumsführung soll im ,Paderborner Dorf‘ unmittelbar neben dem Allagener Pastorat eine Kirche entstehen. Da es keine geeignete Kirche gibt, die man an anderer Stelle abbauen und in Detmold wieder aufbauen könnte, soll dort ein neues Gotteshaus errichtet werden, das sich an der Kirche St. Johannes-Baptist orientiert.
Langanhaltender Beifall mochte für Dr. Ulrike Gilhaus sicher ein Zeichen sein, dass ihr Vortrag zum einen interessant war und dass sie vor allen Dingen bei älteren Besuchern der Festveranstaltung Erinnerungen an persönliche, im Zusammenhang mit dem Allagener Pastorat stehende Erlebnisse weckte. Pastor Ernst Müller (Kirchenvorstand) und Andrea Schulte (PGR) bedankten sich ganz herzlich bei der Referentin und überreichten ihr einen Blumenstrauß und ein Buchgeschenk.







