Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die Wittener St.-Marien-Gemeinde feierte die festliche Weihe ihrer neuen Orgel

Wohlklang zum Lobe Gottes

Es war ein großer Moment, als Kantor Christian Vorbeck die Orgel zum ersten Mal erklingen ließ. Foto: Plamper

Witten. „Geheiligtes Ins­trument, stimm an das Lob Gottes, unseres Schöpfers und Vaters! Erklinge zur Feier unseres Herrn Jesus Christus! Besinge den Heiligen Geist, der unser Leben mit dem Atem Gottes füllt!“ Am Gedenktag der heiligen Cäcilia und einen Tag nach dem Patronatsfest der Wittener St.-Marien-Gemeinde fand die feierliche Weihe der neuen Kirchenorgel im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes statt.

von Elisabeth Plamper

Es war ein großer Moment. Gespannt richteten sich Hunderte Augenpaare hinauf zur Orgelbühne, als Pfarrer Reinhard Edeler die Segnung vornahm und anschließend Kantor Christian Vorbeck die Orgel erklingen ließ. Erst leise und wohl dosiert, dann in Lautstärke und Klangfarbe immer voluminöser werdend, bis schließlich die Klänge des Instrumentes auch den letzten Winkel des Kirchenschiffes erfüllten. Mit dem Anbetungslied „Großer Gott, wir loben dich ...“ bildeten später der Gesang der Anwesenden, Orgelspiel und das ununterbrochene Schellengeläut der Messdiener eine beeindruckende Klangsinfonie und einen besonderen Moment der Spiritualität.
Der Einladung zur Orgelweihe waren neben Gemeindemitgliedern auch zahlreiche Vertreter aus Kirche und Gesellschaft gefolgt.
Die Predigt hielt als Ehrengast Dr. Jean Claude Perisset, Apostolischer Nuntius in Deutschland. „Ich freue mich, dass die ganze Gemeinde dieses Projekt unterstützt hat“, so der Nuntius.
In seiner Begrüßungsrede hatte Pfarrer Edeler zuvor allen Beteiligten, die das Orgelprojekt möglich gemacht hatten, gedankt. Die Orgel habe nicht nur Bedeutung für die Gemeinde, sondern auch für die Region, betonte der Pfarrer der St.-Marien-Gemeinde.
Der Weg zur neuen Orgel der Pfarrgemeinde St. Marien hoch oben auf der Orgelbühne über dem Hauptportal führt über eine steile, steinerne Wendeltreppe. Nur ein schmaler Gang zwischen Geländer und Orgel bietet dem Kantor Platz zum Spiel. Nach der feierlichen Weihe und dem offiziellen Empfang im Pfarrheim präsentierte dieser am Abend dann das erste Konzert.
Mit eindrucksvollen und mächtigen Klangsequenzen in meist freier Improvisation vermittelte Vorbeck einen ersten Eindruck über die vielfältigen musikalischen Möglichkeiten der Orgel, zog so manche Register, ließ mittelalterliche Holzblasinstrumente erklingen und Fanfaren spielen. Zum Abschluss gab es stehende Ovationen, obwohl der eine oder andere Konzertbesucher sich noch eine Orgelkomposition eines bekannten Komponisten gewünscht hätte.
Der Wittener Kantor begleitete auch den Orgelbau und organisiert das dazugehörige Konzertprogramm für 2010. Die Orgel ist ein Teilprojekt der Initiative „Ruhr.2010 – im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas“ und wurde in der Werkstatt von Siegfried Schmid in Immenstadt/Allgäu gebaut. Die Idee einer neuen Orgel hatte die Mariengemeinde schon vor mehr als 20 Jahren. Der Orgelbau-Förderverein nahm sie für sich wieder auf und schloss im Oktober 2006 den Vertrag mit der Orgelbauwerkstätte.
Ziel sei es, das kulturelle Angebot im Ennepe-Ruhr-Kreis nachhaltig zu stärken und das Kulturgut Orgelmusik zu wahren, auch im Zusammenhang mit der Pflege der christlich-abendländischen kulturellen Wurzeln, heißt es vonseiten des Fördervereins. „Alle Konzertprogramme haben den höchsten künstlerischen Anspruch und verstehen sich als ernsthafte Kunst, die mit bloßer Unterhaltung nichts zu tun haben. Dennoch werden wir versuchen, das Instrument mit einer entsprechend publikumsnahen Programmauswahl gerade denen näherzubringen, denen diese Musik bislang als fremdartig erschien.“


24.05.2012
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