Kommentar
Wie weit geht die Integration?
Integration ist das Wochenthema dieser DOM-Ausgabe. Integration, sagen die Theologen, sei eine Herzensaufgabe der Kirche. Sie sei auch Pflicht der Politik, sagen die Parteien. Zugleich mehren sich die Berichte über fehlgeschlagene Integrationsbemühungen.
Christian Schlichter (44) Chefredakteur des DOM
Sicherlich ist Deutschland gastfreundlich. Und sicherlich leben in der Bundesrepublik immer noch größtenteils Christen, die das Grundgesetz in seiner jetzigen Form bestimmt haben. Dort findet sich viel dieser Gastfreundschaft wieder. Der Wert des Menschen, seine Entscheidungsfreiheit, die Freiheit sich individuell auszubreiten, beispielsweise. Dazu kommen die Rechte. Das der freien Religionsausübung ebenso, wie das der Meinungsfreiheit. Doch alle Freiheiten, alle Rechte haben ihre Grenze dort, wo der Rechtsstaat mit seinen Gesetzen beginnt und eben auch die Rechte der anderen angrenzen.
Integration heißt, so verstanden, offen zu sein für Fremde, sie zu akzeptieren und ihre Andersartigkeit als Bereicherung zu sehen. Es heißt aber nicht, dass die Fremden, die aus anderen Kulturen und Ländern zu uns kommen, Deutschland nach ihrem Gusto verändern können. An der Stelle endet nicht nur die Toleranz, an der Stelle endet auch jegliches christliche Verständnis. „Leben und leben lassen“ als Devise taugt nicht in der Beschreibung des Miteinanders in einem demokratischen Staatswesen.
Wann endlich findet Deutschland also zu einem Maß, das Integration gutheißt, aber ihr klare Regeln setzt. Die des Rechts, die der Vernunft, die der Gemeinschaft. Dann säßen islamische Extremisten wie osteuropäische Kriminelle bald dort, wo sie hingehören: Draußen!






