„Ökumenische Basisgruppe action 365“ feiert 50-jähriges Bestehen
Weltweit und nah dran
Hemer. „Entfache die Gnade Gottes, die dir zuteil geworden ist“. Diesen Bibelspruch aus 2 Tim 1,6 wählte die „Ökumenische Basisgruppe action 365“ in Hemer als Leitsatz ihrer Agapefeier anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens. Ein Einkehrtag zum Thema „Kirche im Neuen Testament“ rundete die Feierlichkeiten ab. „Schöne Erinnerungen und Zukunftsträume sind die Glanzlichter der Gegenwart“, brachte es Mitglied Irmgard Erath auf den Punkt.
von Elisabeth Plamper
Als sich die „Ökumenische Basisgruppe action 365“ vor fünfzig Jahren gründete, waren die Nachwirkungen des Krieges noch präsent. Für Jesuitenpater Johannes Leppich war es an der Zeit, die Menschen aufzufordern, an der Gestaltung der Gesellschaft aus dem Geist des Evangeliums heraus aktiv teilzunehmen. Beeindruckt von seiner Lehre hat sich das Hemeraner Team dieser Aufgabe damals verschrieben. „Und unverändert gilt auch heute noch diese Zielsetzung“, erklärt Sophia Bergandt. Im Mittelpunkt stehe in Kirche und Gesellschaft mit der Botschaft Jesu hinein zu wirken. „Unsere Schwerpunkte sind dabei Partnerschaft mit der sogenannten Dritten Welt, der Einsatz für mehr Gerechtigkeit und die Ökumene.“ Der erste ökumenische Gottesdienst fand auf Initiative des Hemeraner Teams schon im Januar 1968 in Hemer statt. „Rund 500 Christen beider Konfessionen haben damals teilgenommen“, erinnert sie sich. „Es war überwältigend.“ Im Gegensatz zu damals sei heute Ökumene kein Fremdwort mehr. Ein weiteres Herzstück der Arbeit der „action 365“ ist der Jahreskalender „365-mal Gottes Wort“, ein Taschenkalender der in diesem Jahr zu 45. Mal erscheint und den evangelische und katholische Christen gemeinsam gestalten. „Für uns ist dieser Kalender mit einer für jeden Tag ausgewählten Schriftstelle, einem kurzem Kommentar und mit seinem Gebetsteil ein willkommener Begleiter durch das Jahr.“
Außerdem engagiert sich die Gruppe an internationalen Projekten. Sophia Bergandt: „Unsere Partnerschaft mit der sogenannten Dritten Welt ist konkret geworden im Indio-Kaffee, der Genossenschaft Fedecocagua in Guatemala. Jedes verkaufte Pfund dieses Kaffees hilft den Kleinbauern, die Existenz ihrer Familien zu sichern und den Kindern den Besuch der Schule zu ermöglichen.“ Es sei beeindruckend, welche gesellschaftliche Kraft Fedecocagua, das unter Beteiligung des Hilfswerkes Misereor gegründet wurde, besitze. „Wir freuen uns, diesem Projekt seit mehr als 35 Jahre zu unterstützen.“ Der Kaffee wird nicht nur regelmäßig an den katholischen Kirchen angeboten, sondern auch bei den „Hemeraner Herbsttagen“ und auf dem Weihnachtsmarkt verkauft.
Ein weiteres Projekt ist die finanzielle Unterstützung zum Einsatz für mehr Gerechtigkeit in Biafra. „Kein Frieden auf Erden ohne Gerechtigkeit für alle“, so lautete beispielsweise der Titel eines Plakates aus dem Jahre 1979. „Gerechtigkeit weltweit und nah dran“, hieß es weiter. „Poster und auch Postkarten der action 365 zu den Themen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, aber auch zu den Themen Glauben, Tod und christliche Feste sind Zeitzeichen mit Signalwirkung in die Gesellschaft“, betont Sophia Bergandt und diese würde je nach den Festen im Jahreskreis an den Aushängestellen ausgetauscht.
„Als Individuen, aber auch als Gesellschaft werden wir der Gegenwart und der Zukunft nur dann gerecht, wenn wir die Vergangenheit nicht vergessen. Auch dann nicht, wenn sie belastend ist.“ So organisiert die action 365 auch seit einigen Jahren eine „Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Stalag VI A und des Kriegsendes in Hemer im Jahre 1945“.







