In Herbram wurde eine Straße nach Pfarrer Göllner benannt
Wegweisender Priester
Lichtenau-Herbram. Er war und ist wegweisend für die Pfarrvikarie St. Johannes Baptist im Lichtenauer Ortsteil Herbram: Pfarrer Augustinus Göllner wirkte dort 27 Jahre lang so erfolgreich und vorbildlich, dass die Stadt Lichtenau nun eine Straße nach ihm benannte.
Auf Schritt und Tritt werden die 950 Einwohner Herbrams nun an Pfarrer Göllner erinnert, der bis 1980 in Herbram wirkte. Zusammen mit einer Gedenktafel und einer Ruhebank im Schatten der Kirche wurde der Pfarrer-Göllner-Weg eingeweiht.
Die Kirche war von 1953 an der zentrale Wirkungsort von Göllner, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Der Geistliche war zeitlebens bekannt für seinen unermüdlichen Einsatz für seine Pfarrgemeinde. Göllner kümmerte sich stets um das Wohl der Menschen, kann sich Lichtenaus Bürgermeister Karl-Heinz Wange noch gut erinnern. So fuhr Göllner beispielsweise mit dem Fahrrad von Herbram nach Herbram-Wald, um jedes am Weg stehende Haus zu segnen.
„Die christlichen Werte sind das Grundgerüst für das menschliche Zusammenleben“, betonte Bürgermeister Wange bei der Einweihungsfeier. Die Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände leisteten in den Dörfern und Städten eine wertvolle Arbeit, seien Bindeglieder zwischen den kirchlichen und politischen Gemeinden und ihren Gremien. Wange verwies auch auf den „Runden Tisch“ in Lichtenau, an dem Kirche und Stadt regelmäßig zusammenkämen. „Denken Sie daran“, „Sie sind es, die in der Kirche mit den Füßen abstimmen“, rief der Bürgermeister den vielen Gästen zu, zu denen auch Helma Göllner, eine Schwägerin Pfarrer Göllners gehörte.
Augustinus Göllner stammte aus dem schlesischen Lawau. 1933 wurde er in Breslau zum Priester geweiht. Anschließend arbeitete er zunächst zwei Jahre als Kaplan in Wansen, dann für vier Jahre in Münsterberg. Von 1939 bis 1949 fungierte er als Pfarrverweser in Bärnwald. Bis 1946 arbeitete Göllner als Pfarrer in Schönau/Katzbach. Nach seiner Vertreibung aus Schlesien arbeitete er zunächst als Vikar in Eiserfeld. Bevor er 1953 nach Herbram kam, wirkte er vier Jahre als Pfarrvikar in Himmighausen. Nach seinem Dienst in der Eggegemeinde war er Altenheimseelsorger in Schloß Holte-Stukenbrock. Dort verstarb er im Mai 1995. Göllners Markenzeichen war seine absolute Bescheidenheit. Ihm wird eine stets hilfsbereite Ader bescheinigt, eine einmalige Vorbildfunktion. Von 1953 bis 1959 setzte er sich entscheidend für den Neubau der Pfarrkirche ein.
Einen großen Anteil am vielfältigen Gedenken an Göllner hat der Herbramer Männergesangverein (MGV). Die Sänger haben die Ruhebank und die Gedenktafel für Pfarrer Göllner gespendet, die Tischler Johannes Stute in seiner Werkstatt gefertigt hatte. Göllner war während der Einweihungsfeier überall präsent– auch musikalisch. So ließen die Sänger ein von ihm getextetes Lied wieder aufleben.
Lilo Haen-Schäfers zeigte sich beeindruckt von den Feierlichkeiten rund um Pfarrer Göllner, der sie gemeinsam mit seiner Schwester, die auch seine Haushälterin war, als Waisenkind adoptiert hatte. Mit der Ehrung habe sie zwar „nicht gerechnet, aber verdient hat er es sich. Er hat alles für Herbram getan.“
Andreas Götte








