Aktuelle Ausgabe
2012-20

„Tag der offenen Tür“ bot viele Informationen zur Ausbildung am St.-Franziskus-Berufskolleg Hamm

Was ist mein(e) Beruf(ung)?

Ulla Johr Mennigmann (M.) erklärt das „freie Ausdrucksmalen“. Foto: Plamper

Hamm. Viele Informationen über die Möglichkeiten weiterführender Schulausbildung sowie beruflicher Aus- und Weiterbildung gab es jetzt beim „Tag der offenen Tür“ am St.-Franziskus-Berufskolleg Hamm. 

von Elisabeth Plamper 

„Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn die Menschen auf einen herabschauen“, erzählten die Schülerinnen Marie Sophie Theisinger und Nicole Seidel. Im Rahmen der Projektwoche zum diesjährigen „Tag der offenen Tür“ am St.-Franziskus-Berufskolleg machten die jungen Frauen eine besondere Erfahrung. Sie „wechselten die Perspektive”, wie sie selbst sagten, und setzten sich in einen Rollstuhl. „Wir haben hautnah erlebt, wie es ist, wenn man plötzlich nicht mehr überall herankommt oder Türen nicht mehr selbst öffnen kann und eine Treppe zu einem unüberwindlichen Hindernis wird.“ Gemeinsam mit Projektleiterinnen Carina Stockhausen und Laura Juswig lernten sie die Tücken des Alltags im Leben eines Querschnittgelähmten kennen. Unter dem Leitsatz: „Wenn der Rollstuhl meine Beine sind“ übten die Schüler nicht nur den Umgang mit dem für sie zunächst ungewohnten Gefährt, sondern spielten auch Basketball und machten einen Ausflug in die Innenstadt.

Zusätzlich zum ursprünglichen Bildungsbereich „Sozialpädagogik“ mit der Erzieherausbildung bietet das St.-Franziskus-Berufskolleg auch die Ausbildung zum Sozialhelfer in Kombination mit der Fachoberschulreife an. Es erschließt damit zusätzlich einen Bereich im Gesundheitswesen, der für die Absolventen eine aussichtsreiche berufliche Zukunft im Rahmen der Betreuung von Menschen mit Behinderung und Senioren verspricht. Die Ausbildung ist  außerdem eine Voraussetzung, um Erzieherin zu werden und nicht altersgebunden. Sie bietet auch einen Einstieg in das Berufleben nach der Familiengründung, so wie Simone Sonnekalb es für sich entschieden hat. „Mein Ziel, eine Ausbildung im sozialen Bereich zu machen, habe ich mir schon als 16-Jährige gesteckt und nun ist es soweit“, erzählte die heute 31-Jährige.

 Sie beteiligte sich an einem weiteren Projekt im Fachbereich Gesundheitswesen am Berufskolleg, das Claudia Graf, zuständig für Theorie und Praxis Gesundheitsförderung am Berufskolleg, und Ulla Johr Mennigmann vom Institut für angewandte Empathie in Unna vorstellten. Sie rückten den richtigen Umgang mit an Demenz erkrankten Senioren in den Mittelpunkt. Als Zugang für die Kommunikation zwischen den angehenden Sozialhelfern und den älteren Menschen wählten die Organisatorinnen das „freie Ausdrucksmalen“.

Studiendirektor und stellvertretender Schulleiter Florian Rösner blickt für das Berufskolleg positiv in die Zukunft, denn das St.-Franziskus-Berufkolleg genießt als Bildungsstätte einen sehr guten Ruf. Besonders geschätzt werde die soziale Kompetenz und die individuelle Betreuung der Schüler. 

„Ein wichtiges Ziel für uns ist es, das schon bestehende Netzwerk mit Institutionen und Organisationen weiter erfolgreich auszubauen, um unsere Ausbildung noch vielfältiger und praxisnaher zu gestalten“, so Rösner. „Unsere Absolventen der Bildungsgänge im Sozial- und Gesundheitswesen haben gute Chancen auf eine berufliche Zukunft in Krankenhäusern, Seniorenheimen, Kitas, Familiennetzwerken und anderen karitativen und sozialen Einrichtungen.“ 

Neben der Ausbildung am Berufskolleg bietet der angegliederte beruflich gymnasiale Zweig zudem die Möglichkeit, die Fachhochschulreife und die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen.


24.05.2012
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