Aplerbecker Büchermarkt sucht Lagermöglichkeiten
Von Krimi bis Kochbuch
Dortmund-Aplerbeck. Bücher, so weit das Auge reicht. Unzählige Kartons stapeln sich in einer Garage, gefüllt mit Taschenbüchern, gebundenen Ausgaben und Bildbänden. Bei ihrem Anblick schlägt das Herz eines jeden Bücherfreundes höher. Und wenn sich dann am vorletzten August-Wochenende im Pfarrheim von St. Ewaldi in Aplerbeck samstagmorgens um neun Uhr die Türen zum Büchermarkt öffnen, dürfen die Leseratten endlich wieder stöbern.
Auf dem Bücher-Flohmarkt im Zentrum von Dortmund fing es 1994 an. Dr. Renate Patzelt, Hausfrau und Mutter von drei Kindern, hatte einen eigenen Stand mit gespendeten Büchern aufgebaut und die ersten 700 Mark eingenommen. Die übrig gebliebenen Bücher nahm sie mit nach Hause, um sie aufzubewahren. Rasch sprach es sich herum, und immer mehr Bücher wurden bei Familie Patzelt abgegeben. Zeitweise stapelten sich 200 Kartons im Haus, besonders im Wohnzimmer, und noch einmal genau so viele in der Garage.
Dr. Renate Patzelt lacht: „Wir haben zwei Garagen, eine für das Auto, die andere für die Bücher.“
Selbst im Keller lagern an einer zehn Meter langen Wand die Obstkisten mit Lesestoff. Sie sind gefüllt mit Kinderbüchern, Belletristik, Kochbüchern oder Krimis, aber auch mit Sachbüchern, Schallplatten und CDs. Mittlerweile ist der Büchermarkt expandiert. Rund 40 Mitglieder des Eine-Welt-Arbeitskreises kümmern sich um die Bücher, schleppen und sortieren.
Viermal im Jahr geben sie beim Büchermarkt in St. Ewaldi – immer samstags von 9 bis 18 Uhr und sonntags von 9 bis 13 Uhr – Taschenbücher für einen Euro, gebundene Bücher für zwei Euro und Bildbände für drei Euro ab.
Alle Aktivitäten dienen einem guten Zweck: Der Erlös von mittlerweile über 190000 Euro aus 47 Büchermärkten in Aplerbeck geht an die Frei-Alberto-Schule in Sao Luis in Brasilien. Bis zum Jahresende soll die 200000 Euro-Grenze überschritten sein. Das Engagement der St.-Ewaldi-Gemeinde ermöglicht rund 1000 Kindern aus Elendsvierteln im Alter von fünf bis zwölf Jahren bessere Bildungschancen. Weitere ehrenamtliche Hände sind immer willkommen. Um auch künftig geschenkte Bücher – ja ganze Nachlässe – annehmen zu können und aufzubewahren, sucht die Gruppe noch einen weiteren Lagerraum. Trocken muss er sein, nicht zu teuer soll er sein und leicht mit dem Auto zu erreichen. Außerdem nach Möglichkeit in Aplerbeck oder der näheren Umgebung gelegen. Angebote unter Telefon 02 31 / 45 59 25 erbeten (nach den Sommerferien).
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