Aktuelle Ausgabe
2010-36

Vertreter katholischer Dienste und Einrichtungen treffen Kommunalpolitiker

Vernetzung ausbauen

Unter der Leitung der Journalistin Christiane Poertgen sprachen Ratsmitglieder und Vertreter katholischer Einrichtungen und Dienste über Altenhilfe, Gesundheitshilfe und soziale Notlagen. Foto: pdp

Dortmund (pdp). Altenhilfe, Gesundheitshilfe und soziale Notlagen in Dortmund waren die Themen bei einem Informationstreffen der katholischen Stadtkirche mit Ratsvertretern. Eingeladen hatte dazu die Fachkonferenz „Caritative und soziale Entwicklungen“ der katholischen Kirche, um den gegenseitigen Informationsaustausch und die Kontakte mit den Kommunalpolitikern zu fördern. 

Mehrere Ratsmitglieder von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und der Linken waren der Einladung gefolgt. Sie zeigten sich positiv überrascht von der Breite und Vielfalt der Hilfeleistungen der katholischen Einrichtungen. So wies beispielsweise Günther Nierhoff, Geschäftführer der Katholischen St.-Johannes-Gesellschaft, darauf hin, dass rund 41 Prozent der stationären Patienten in Dortmund in einem katholischen Krankenhaus versorgt würden. Die beiden katholischen Krankenhausträger, St.-Johannes- und St.-Lukas-Gesellschaft zählten mit 3870 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern. Dem werde jedoch in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung nicht immer ausreichend Rechnung getragen. 

Friedhelm Evermann, Leiter der Jugendhilfe St. Elisabeth, stellte das Angebot der erzieherischen Hilfen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien vor. Er sprach sich dabei für „verbindliche Verabredungen“ mit der Stadt aus, die die „Investitionsrisiken der Träger“ berücksichtigen. Wenn es darum gehe, Kinder oder Jugendliche in einer Einrichtung unterzubringen, müsse auch auf Qualität und Nachhaltigkeit und nicht nur auf die jeweils entstehenden Kosten geschaut werden. Jutta Starke (SPD) verwies in diesem Zusammenhang auf die angespannte Haushaltslage der Stadt. „Wir bemühen uns aber in diesem Bereich so wenig Einschnitte, wie möglich zu machen“, erklärte sie. 

Die Situation in der Altenhilfe stellte Manfred von Kölln, stellvertretender Geschäftsführer beim Caritasverband, vor. „Die Zahl der Pflegebedürftigen wird sich bis 2040 verdoppeln“, prognostizierte er. Ein Problem sei, dass es bereits heute einen Fachkräftemangel in der Altenhilfe gebe. Über die soziale Notlage sprach Alwin Buddenkotte, Geschäftsführer des Katholischen Vereins für soziale Dienste. Dortmund sei mit 96000 Menschen, die am Exis-tenzminimum leben müssten, eine „Armutshochburg“. Die geplanten Kürzungen durch das Sparpaket des Bundes werde dies noch verschärfen. Er sprach sich dafür aus, die Vernetzung von kommunaler und katholischer Wohlfahrtspflege auszubauen.  

 


04.09.2010
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