Aktuelle Ausgabe
2012-20

60-jähriges Jubiläum der Mariengrotte Benolpe

Unter dem Schutz der Gottesmutter

Die Mariengrotte in Ben-olpe. Foto: Eiden

Benolpe.  Abend für Abend leuchtet der Strahlenkranz der Mariengrotte vom gleichnamigen Berg bis weit ins Tal hinein. Wenn auch die Madonnenfigur von unten nicht sichtbar ist, so wirken doch die vielen Lichter rund um die in Form eines „M“ erbauten Grotte wie der weit geöffnete Mantel Mariens. 

von Julia Eiden 

Es symbolisiert das Anliegen von Pater Adolf Stupperich: geboren und aufgewachsen in Benolpe, sandte ihn der Orden der „Missionare von der Heiligen Familie“ 1938 nach Buenos Aires aus, wo er ein Jahr darauf zum Priester geweiht wurde. Doch das Heimweh hätte ihn, wie er später einem Jugendfreund gestand, ohne den Beistand Mariens zermürbt. Zum Abschied hatte ihm seine Mutter eine kleine weiße Madonna geschenkt, die ihn fortan auf allen Stationen seines Lebens begleitete.

Im Dezember 1950 durfte er zu einem längeren Heimaturlaub zurückkehren. Noch immer unter dem Eindruck der Verwüstungen stehend, die der zweite Weltkrieg überall angerichtet hatte, war es sein sehnlichster Wunsch, sein Heimatdorf unter den Schutz der Gottesmutter zu stellen. Und so regte er den Bau einer Mariengebetsstätte  hoch über dem Ort an.

„Der Pater hatte so eine Art zu begeistern, da halfen alle mit, Schulkinder wie Erwachsene“, erklärte einer der Zeitzeugen. Mit „Hacke und Schüppe“ begradigten sie das steile Gelände und legten ein Fundament. Die Bruchsteine zum Bau der Grotte transportierten sie unter großer Anstrengung über einen sehr steilen und schmalen Pfad   hinauf auf den Berg. „Dafür liehen wir uns einen Zugochsen aus und schoben die Karren von hinten mit an.“

Die Blumenterrassen unterhalb der Grotte mussten die Schüler auf Anweisung des Dorfschullehrers  nachmittags bewässern: „Ich hing mir die Wassereimer ans Fahrrad und schob es hinauf“, so eines der damaligen Kinder.

Zu Fronleichnam im Mai 1951 weihte Pater Stupperich die Grotte nach nur einem Vierteljahr intensiver Arbeit im Rahmen einer feierlichen Prozession ein und betete um den Schutz der Gottesmutter. Die Marienfigur „Immaculata“ stammte aus einer heimischen Künstlerwerkstatt.

Im Laufe der Jahre wurde  der Fußweg durch einen sanft ansteigenden, breiten und asphaltierten Wirtschaftsweg ersetzt. Von Beginn an fühlten sich die Sänger des ortsansässigen MGV „Elisabeth“ für die Pflege und die Renovierungsmaßnahmen  an der Grotte verantwortlich, sie bestreiten auch die anfallenden Kosten. Zum 50-jährigen Jubiläum der Dorfkirche am 17. November 1962 verlegten sie Erdkabel hinauf auf den Berg  und schmückten die Grotte mit ihrem Glühlampenkranz. 

Leider nahm die nicht wetterfeste Marienfigur immer mehr Schaden. Ende der 70er Jahre erfreute der inzwischen im spanischen Cervera tätige Pater seine Heimatgemeinde mit einer neuen – der „spanischen“ – Madonna.  Pater Stupperich ist auch die bis heute andauernde freundschaftliche Verbindung des MGV mit dem Chor von Cervera zu verdanken. Seine nächste Wirkungsstätte war das Regierungsviertel von Madrid, wo er ebenfalls ein Priesterseminar errichtete. Und hier, bei den Patres von der Heiligen Familie, werden die Jugendlichen vom Pastoralverbund „Am Cölschen Heck“ während des diesjährigen Weltjugendtages wohnen.

Die Menschen in Benolpe werden den herzensguten Pater, der 1996 verstarb, nie vergessen. Dafür sorgt nicht nur die hoch über dem Dorf gelegene Mariengrotte.


24.05.2012
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