Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die katholische Heilig-Kreuz-Kirche in Detmold wird renoviert

Ungewöhnliche Lösungen und Wege

Stellten die Baumaßnahmen vor: (v. l.) Heinrich-Wilhelm Wehrmann vom Kirchenvorstand, Pfarrer Manfred Wacker und Architekt Franz Janssen. Foto: Lakenbrink

Detmold. Es sind ungewöhnliche Wege, die Pfarrer Manfred Wacker und seine Gemeinde Heilig Kreuz in Detmold bei der Renovierung ihrer Kirche beschreiten. Und das nicht nur, weil ein Teil der Gottesdienste trotz der überall deutlich sichtbaren Renovierungsspuren und des komplett eingerüsteten Altarraums weiterhin in der Pfarrkirche am Schubertplatz stattfindet. Auch das Problem neue Orgel hat die Gemeinde clever gelöst durch eine Kooperation mit der Musikhochschule Detmold.

von Ruth Lakenbrink

„Die Identifikation der Gemeinde mit dem Gebäude wächst und auch die Gemeinde wächst zusammen.“ Pfarrer Wacker freut sich über die Fortschritte in der Heilig-Kreuz-Kirche, die seit nunmehr zwei Monaten Baustelle ist. Vor allem, dass sich die Gemeinde selbst so einbringt, viele ehrenamtliche Helfer ihre Freizeit opfern, um Kirchenbänke und Fußböden abzuschleifen und neu zu lackieren, freut ihn sehr. „Es herrscht immer Betrieb.“ Das Engagement führt er auch auf die Entscheidung zurück, die Sonntagsgottesdienste weiterhin in der Pfarrkirche stattfinden zu lassen.
Schließlich gibt es auch einiges in der 1951 geweihten und seither nicht mehr grundlegend sanierten Kirche zu tun. Neben der Aufarbeitung von Bänken und Böden, der Ausbesserung der teils gerissenen Fenster und verzogenen Türen, der Beseitigung von Putzrissen an den Wänden, einem frischen Anstrich und neuen Elektroinstallation sind auch einige wesentliche Umbauten in der Kirche ge­plant. So sollen die innerhalb des Gotteshauses bestehenden Unterteilungen in die große „Sonntagskirche“ und die sogenannte „Werktagskirche“, gemeint ist ein hinter dem Altarraum angebautes Schiff, durch eine flexible Abtrennung wieder deutlicher voneinander getrennt und so besser genutzt werden. Dazu sollen Tücher hinter den drei Durchgangsbögen aufgehangen werden, die den Originalzustand der Kirche wieder aufgreifen und bei Bedarf auch komplett eingerollt werden können.
Die kleinere „Werktagskirche“ soll demnächst mehr als Kinderkirche genutzt werden und soll vielfältige Möglichkeiten für neue Formen der Liturgie bieten. Dafür bedarf es auch einiger Umbauten. Damit die Anordnung der Bestuhlung frei gestaltbar wird, wird das Niveau des Bodens vereinheitlich und Teppich verlegt, um sich etwa beim Taizé-Gebet auch auf den Fußboden setzen zu können.
Die zweite große Maßnahme ist die Schaffung eines abtrennbaren Vorraums innerhalb der Kirche, sodass Besucher die geöffnete Kirche betreten und sich ansehen können, das Kirchenschiff selbst aber unzugänglich bleibt. Dafür ist eine Kombination aus feststehenden und beweglichen Glaselementen geplant, die von dem Künstler Thierry Boissel aus München gestaltet werden. Auch das Hauptportal soll der Künstler gestalten.
Ein neues Beleuchtungskonzept sieht individuelle Lichtstimmungen, die sich den liturgischen Anforderungen anpassen können, vor, damit die Kirche lebendig werde, wie Architekt Franz Janssen es ausdrückt. Eine Neuerung innerhalb des Erzbistums Paderborn dürfte die Pelletheizung sein, für die sich der Architekt stark gemacht hat. Rund 740000 Euro wird die Innenrenovierung kosten, nach Abzug der Zuschüsse vom Erzbistum und dem Bonifatiuswerk bleiben etwa 225000 Euro für die Gemeinde übrig, die unter anderem durch Spenden, Rücklagen und den Verkauf der alten Orgel finanziert werden sollen. Hinzu kommt in einem zweiten Schritt die Außenre­novierung, die derzeit mit etwa 200000 Euro beziffert wird.
Die Orgel jedenfalls muss die Gemeinde nicht finanzieren, das übernimmt die Musikhochschule Detmold. Als Gegenleistung für das etwa 1,25 Millionen teure Instrument aus dem Hause Schuke hat die Gemeinde auf 25 Jahre einen Kooperationsvertrag mit der Akademie geschlossen. Dieser erlaubt der Akademie, die Orgel an drei Tagen in der Woche für Unterricht sowie für eine bestimmte Anzahl an Konzerten zu nutzen.


24.05.2012
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