Aktuelle Ausgabe
2012-20

Ökumene stand im Mittelpunkt beim Pfingstempfang des Diözesankomitees

Tun, was uns eint

Präses Alfred Buß während seiner Ansprache: „Was uns eint ist stärker als das, was uns trennt.“ Foto: Nückel

Zwei Wochen nach dem Ökumenischen Kirchentag stand das Thema Ökumene auch im Mittelpunkt des 5. Pfingstempfangs des Diözesankomitees der Katholiken im Erzbistum Paderborn. Rund 150 Gäste beider Konfessionen sowie auch aus der Politik waren der Einladung ins Paderborner Rathaus gefolgt. 

von Matthias Nückel 

„Was und miteinander verbindet, ist stärker als das, was uns trennt“, stellte der Präses der Evangelischen Kirche in Westfalen, Dr. Alfred Buß fest. Und der Gastredner nannte Beispiele der theologischen Annäherung zwischen katholischer und evangelischer Kirche. So werde etwa im protestantischen Raum die Liebe zum Sakrament gefördert. „Und auch Protestanten pilgern – nicht nur auf dem Jakobsweg“, so Buß. Auf katholischer Seite werde mehr herausgestellt, dass alle Christen zum Priestertum berufen seien.

Schon bei der Begrüßung der Gäste hatte der Vorsitzende des Diözesankomitees, Ansgar Kaufmann, deutlich gemacht, dass der Ökumenische KIrchentag ein „Signal der Ermutigung“ gewesen sei. Und der Paderborner Bürgermeister Heinz Paus lobte die lebendige Ökumene in der katholisch geprägten Stadt. Es gebe ein enges Miteinander der Gemeinden. Mit Blick auf den Münchner Kirchentag fügte Paus hinzu: „Vielleicht hat das Land der Reformation die Chance, zum Protagonisten der Einheit zu werden.“

Positive Signale gab es auch seitens des Erzbistums. Monsignore Thomas Dornseifer, der die Grüße des Erzbischofs überbrachte, betonte: „Allen Unkenrufen zum Trotz bin ich davon überzeugt, dass der Baum Ökumene starke Wurzeln hat und weiter wächst.“ Der ökumenische Weg sei unumkehrbar.

Diesem Satz stimmte Präses Buß in seiner Ansprache zu. Doch er verschwieg nicht die Irritationen, die es auch heute noch gibt. So könne es keinen ökumenischen Gottesdienst am Sonntag geben, konfessionsverschiedene Ehepaare könnten keine gemeinsame Heimat in einer Kirche finden „und wir warten noch auf eine Einladung zum gemeinsamen Abendmahl“.

Schnell jedoch schlug Buß den Bogen zu den Themen, welche die beiden Kirchen einen. Es gebe ein gemeinsames Handeln bei Thema „Bewahrung der Schöpfung“, es gebe das gemeinsame Gebet. Der Präses nannte die Zusammenarbeit bei der Telefonseelsorge wie auch bei der Gefängnisseelsorge und fügte hinzu: „Die Früchte dieses Handelns will doch keiner mehr missen!“

Die Ökumene weiter voranzutreiben, ist nach den Worten des Präses Christenpflicht. „Dies ist der Weg, auf dem wir weitergehen wollen und sollen.“ Die Ökumene lebe aus dem gemeinsamen Singen, Beten und Feiern. „Wo dies fehlt, fehlt die Nahrung auf dem Weg“, stellte Buß fest. Für die Zukunft forderte er ein Mehr an ökumenischer Abstimmung angesichts der gesellschaftlichen Aufgaben. Der Zwang zum Sparen, dem beide Kirchen unterliegen, hat nach Auffassung des Präses möglicherweise auch positive Aspekte: er bringt eine neue Zusammenarbeit, etwa bei der gemeinsamen Nutzung von Gebäuden. Buß, der einen pragmatischen Ökumenismus sieht, rief dazu auf, zu „tun, was uns eint“.

In diesem Sinne hatte Hans-Georg Hunstig, Mitglied im Präsidium des Ökumenischen Kirchentages, eine gute Nachricht: „Wir sind auf dem Weg zum 3. Ökumenischen Kirchentag.“ Er persönlich hoffe, dass dieser 2017 stattfinden könne.

 


24.05.2012
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