Aktuelle Ausgabe
2012-7

Familiensonntag 2012 des Familienbundes in Hagen-Haspe: „Ehe und Familie auf dem Prüfstand“

Gemeinsames Fest des Glaubens

Die rund 400 Teilnehmer des Familiensonntags – vom Kleinkind bis zur Großmutter – erlebten in Hagen-Haspe ein buntes und abwechslungsreiches Programm.

Hagen/Erzbistum (-haus). „Neue Lebensformen – Ehe und Familie auf dem Prüfstand“ lautete das Motto beim diesjährigen Familiensonntag im Erzbistum Paderborn. Mehr als 400 Eltern, Kinder, Jugendliche und Großeltern feierten in der Gemeinde St. Bonifatius in Hagen-Haspe ein Fest des Glaubens, bei dem auch selbstkritisch die Frage gestellt wurde, ob Menschen, die sich für eine Lebensform außerhalb von Ehe und Familie entscheiden, in den Gemeinden und Pastoralverbünden ihren Platz finden können. Organisiert wurde der Familiensonntag in diesem Jahr vom Pastoralverbund Hagen-West, der gem. Kath. Kita GmbH Ruhr-Mark und dem Familienbund der Katholiken. 

„Wir im Pastoralverbund müssen uns bemühen, niemanden auszugrenzen und jedem mit seinem Lebensentwurf mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen“, sagte Pfarrer Ansgar Schocke im Gottesdienst, der den Familiensonntag eröffnete. Wertschätzung, Respekt, Bindung, Verlässlichkeit, Treue und die Sehnsucht, die Nähe und die Liebe Gottes in Lebensbeziehungen zu erfahren, zeichneten heute viele unterschiedliche Lebensformen aus. Neben Pfarrer Schocke hatte Gemeindereferentin Rita Dransfeld gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Helfern den Gottesdienst vorbereitet.

Dass pastorale Räume den gesellschaftlichen Wandel erkennen, annehmen und die Menschen auf ihrem Lebensweg und ihrer Suche nach Gott begleiten müssen, machte Werner Schäube im Anschluss an die Messfeier während des Programmpunktes „Dialog – im Gespräch bleiben“ deutlich. Der bekannte Hagener Autor zahlreicher religionspädagogischer Veröffentlichungen hob hervor, dass es in diesem Zusammenhang zwar keine Patentrezepte gebe, es aber gelte, die Lebensentwürfe von Menschen und den damit verbundenen Wandel von Lebensformen ernst zu nehmen: „Wir müssen der Gefahr der Anonymisierung in den pastoralen Räumen begegnen, Menschen und der Glaube leben von guten Beziehungen und Begegnungen im System Familie.“

In jeder Familie oder in der Verwandtschaft gebe es die unterschiedlichsten Lebensformen, und im Laufe eines Lebens sei eine Vielzahl von Lebenskrisen gemeinsam zu bewältigen.

„Wichtig ist“, so Werner Schäube, „dass jeder Wertschätzung erfährt und sich ernsthaft um ein gutes Miteinander bemüht.“ Gott als verlässlicher Begleiter in jeder Lebenssituation müsse konkret in Familie und Beziehung erfahrbar werden.

Dieser Anspruch sei aber gleichzeitig auch eine Herausforderung: Die Ausgrenzung von Menschen widerspreche dem missionarischen Auftrag der Kirche. Mit Blick etwa auf wiederverheiratete Geschiedene wurde in der Diskussion deutlich, dass Ausgrenzung vermieden werden soll, ohne die Bedeutung der Ehe als Leitbild und Ideal aufzugeben.

Für einen bunten Ausklang der Veranstaltung sorgte schließlich der Familiennachmittag: Thomas Hoffmeister-Höfener und sein Team vom „Theomobil“ verzauberten das Publikum als Erzähler. Gemeindereferent und Kirchenclown Christoph Kinkel begeisterte mit kabarettistischen Einlagen und zeigte, wie das Lachen die Generationen über alle Altersgrenzen hinweg verbindet.


23.02.2012
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