Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kommentar

Tauwetter in Prager Staat-Kirche-Beziehungen

von Markus Jonas

In keinem anderen EU-Land ist die Beziehung zwischen Staat und Kirche so schlecht wie in Tschechien. Das zeigt der 15 Jahre währende Streit darum, wem der Prager Veitsdom gehört. Von daher war es keine Überraschung, dass Papst Benedikt XVI. Dominik Duka, bislang Bischof von Königgrätz, am vergangenen Wochenende zum neuen Prager Erzbischof ernannt hat. Denn es gibt wohl kaum einen Geeigneteren, um die schwierigen Beziehungen zwischen Prag und dem Vatikan zu verbessern. Duka gilt als „der Politiker“ unter den tschechischen Bischöfen. Als der Dominikaner Anfang der 80er von den Kommunisten ins Gefängnis geworfen wurde, hatte er einen prominenten Mithäftling: den späteren Präsidenten Vaclav Havel. Auch zum jetzigen tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Klaus hat Duka gute Beziehungen. Dem sich schon beim Papstbesuch im Herbst anbahnenden Tauwetter könnte Bischof Duka zu noch mehr Wärme verhelfen.


24.05.2012
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